Dienstag, 27. Dezember 2011

I will be the change...

...I want to see in the world! Weil das diesjährige Weihnachtsfest nicht so harmonisch und besinnlich ablief, ist mir das mal wieder mehr als klar geworden. Zum einen waren die Feiertage unheimlich stressig - wir waren viel unterwegs und hatten kaum Zeit uns vom Alltagsstress zu erholen. Alles begann mit dem Heiligabend bei meiner Schwester - dort feierten wir mit meiner Familie und der Familie Ihres Freundes. Dass ich keine kulinarischen Höhepunkte erleben würde, war mir schon lange vorher bewusst, da die Offenheit gegenüber dem Thema Veganismus in diesem Haushalt nicht allzu groß ist. Damit hatte ich mich allerdings abgefunden und ich habe mich dennoch gefreut. Der Abend war auch noch der angenehmste Teil der Weihnachtsfeiertage, doch etwas traurig machte es mich schon, dass meine Veggie-Burger circa eine viertel Stunde auf einem Teller lagen, bis es Essen gab. Die Wiener hingegen wurden solange in einer Tupperbox aufbewahrt, sodass sie mit Sicherheit warm auf den Teller landeten. Wirklich sehr schade! Toll war hingegen, dass meine Mutter zusätzlich einen veganen Kartoffelsalat und einen veganen russischen Zupfkuchen zubereitet hatte - beides war sehr lecker! Bemerkungen wie Eiersatz-Kuchen habe ich einfach ignoriert!
Am ersten Weihnachtsfeiertag habe ich gemeinsam mit meiner Familie bei der Familie meines Freundes gegessen. Es gab Thüringer Klöße mit Gans! Es war wahrlich nicht sehr schön zu sehen, wie die Körperteile einer Gans auf den Tellern verteilt wurden; aber immerhin gab es für mich eine Pilzsoße, sodass ich mich nicht nur mit Klößen und Rotkohl begnügen musste!
Abends ging es dann bei den Eltern einer Freundin weiter - und leider auch richtig los! Es ging um verschiedene Themen: afrikanische Flüchtlinge, Abschiebung etc. Schon da ging es los, weil ich die Meinung äußerte, dass man Menschen, die nicht nach Deutschland einreisen dürfen, nicht in einer Zelle festgehalten werden dürfen, wo sie quasi auf dem Klo schlafen müssen - warum? Weil es einfach unmenschlich ist! Leider war die vorherrschende Meinung, dass sie doch dort, wo sie herkommen, auch keine besseren Bedingungen hatten; wieso sollte man ihnen also hier mehr bieten? Ein Lösungsvorschlag war natürlich aber, dass ich ja gerne mehr Steuern zahlen könne um die Situation zu verbessern. Sicherlich ist das kein einfaches Thema, aber einfach so weiter zu machen, weil es am einfachsten ist, ist doch auch keine Lösung!? Dann könnten wir zukünftig ja auch erlauben, dass man Flüchtlinge auch vergewaltigen darf, denn jenachdem wo sie herkommen, wiederfährt ihnen dort doch das selbe!
Nach reichlich Diskussionen kam dann irgendwann eins zum anderen und wir landeten beim Thema Veganismus. Auslöser war meine Anmerkung, dass jeder Einzelne etwas ändern kann und ich meine Ernährungsumstellung als Beispiel nannte. Dieses Thema damit in den Mittelpunkt zu katapultieren war jedoch nicht meine Absicht, denn ich bin niemand, der seinen Mitmenschen eine Meinung mit Gewalt aufzwängt.
Auch hier war die Meinung stark vertreten, dass ich Toleranz erwarten dürfe, jedoch keine Rücksichtsnahme! Es wird doch auf so viele Minderheiten Rücksicht genommen, was wäre dann so abwegig, diese Rücksicht auch gegenüber Veganern zu zeigen? So viel wird doch garnicht erwartet? Aber in ein Restaurant zu gehen, und nicht belächelt zu werden, wenn man nach einem veganen Gericht fragt, kann man doch erwarten oder? Was ist der Grund für eine solche Einstellung? Faulheit? Das Wissen, dass man sich mit dem Thema zu viel beschäftigt, wenn man Rücksicht nimmt, und sein Essen dadurch irgendwann nicht mehr genießen kann? Ignoranz? Der Abend war jedenfalls sehr verletzend und tränenreich für mich - ich durfte kaum ausreden und mir wurde nahegelegt, dass ich einfach lernen muss damit umzugehen!
Der Höhepunkt war jedoch die Frage, warum ich einem Gast kein Fleisch zubereiten würde, schließlich will ich doch auch eine Extrawurst wenn ich Gast bin. Gottseidank gibt es in meinem Umkreis liebe Menschen, die mir versichert haben, dass das eine vollkommen blöde Frage ist. Inzwischen ist mir auch klar, dass nie eine Situation eintreffen wird, in der ein Gast das von mir verlangt. Denn die Menschen, die ich zu mir einlade, sind offen und nehmen gerne Rücksicht auf mich. Die anderen, die mich mit so einer respektlosen Frage ins Wanken bringen wollen, schaffen es doch niemals an meinen Esstisch!
Dennoch ist mir mal wieder aufgefallen, wie ermüdend ein solches Gespräch sein kann und wie groß meine Angst ist, als verrückt, spießig, kompromisslos oder irgendwie anders negativ abgestempelt werden zu können! In solchen Situationen ist es doch sehr schwer mit dem Veganismus zu leben, denn in unserer Gesellschaft fehlt einfach noch die nötige Akkzeptanz und es tut immer wieder weh, damit konfrontiert zu werden!
Ich hoffe die negativen Erfahrungen sind in Zukunft nicht nur quantitativ in der Unterzahl, sondern hinterlassen gefühlsmäßig auch nicht mehr einen so großen Eindruck! Jetzt, wo seit dem Ereignis etwas Zeit vergangen ist, und ich wieder in meinen eigenenen vier Wänden bin, bin ich auch wieder vollkommen davon überzeugt, dass ich weiterhin genauso idealistisch sein werde, wie ich es schon immer war! Ich glaube weiterhin daran, dass ich als Einzelperson etwas verändern und andere Menschen mit meiner Euphorie und meiner Einstellung anstecken kann.

Freitag, 23. Dezember 2011

Kartoffelpuffer at its best!

Nachdem ich Euch gestern von meiner Liebe für Bratlingen erzählt habe, möchte ich Euch heute ein eigenes Rezept vorstellen. Kartoffelpuffer habe ich schon immer sehr gerne gemocht - nicht die stark frittierten, die man zur Zeit wieder auf jedem Weihnachtsmarkt kaufen kann, sondern die, die es bei Muttern gibt! Gestern habe ich mich dann selbst rangetraut und ich bin sehr erstaunt, dass es ganz ohne Eiersatz funktioniert hat. Liebe Omnivoren, dass ist doch echt DER Beweis dafür, dass man nicht ÜBERALL Ei reingeben muss.
Die Kartoffelpuffer meiner Mutter haben jetzt jedenfalls ernsthafte Konkurrenz - mein Freund sieht das wohl ganz genauso, denn wir haben zusammen 24 Stück (!!!) gegessen - allein 17 davon gingen auf seine Kappe.
Um die selbe Menge zu zaubern braucht ihr folgende Zutaten:

6 rohe Kartoffeln
4 große Karotten
8 gehäufte EL Mehl
Salz, Pfeffer, Muskat

Die Kartoffeln und Karotten schälen und in der Küchenmaschine raspeln - wer Zeit, Lust und Kraft hat, kann das natürlich gerne auch mit der einfachen Küchenreibe machen, aber so eine Küchenmaschine ist doch ein wirklich großer Vorteil. Die Masse nun mit dem Mehl und den Gewürzen mischen, formen und direkt in Olivenöl anbraten. Ich glaube bei der weichen Konsistenz ist es unmöglich diese vorzubereiten - daher wie gesagt direkt in die Pfanne damit! Es dauert etwas, bis die Bratlinge richtig durch sind, dafür sollten sie dann aber außen richtig schön knusprig sein. Beim Öl könnt Ihr übrigens ordentlich zugreifen - ich bin überhaupt kein Freund von diesen knapp bemessenen Mengenangaben - ich brauche zum Braten so gut wie immer mehr Öl, als im Rezept steht.

...dazu gab es Zuckerhut-Salat!

Weil der heutige Abend ganz im Zeichen von Driving home for Christmas steht, habe ich noch ein paar Mitbringsel gebacken. Auch dafür möchte ich Euch das Rezept geben:

250ml Sojamilch
1 TL Essig
200g Zucker
70g Sonnenblumenöl
1 TL Vanillezucker
100g Weizenmehl
40g Roggenmehl
1 TL Natron
1 TL Backpulver
1/4 TL Salz
Schokoraspeln

Sojamilch und Essig mischen und ein paar Minuten stehen lassen. Anschließend Zucker, Öl und Vanillezucker zugeben und mit dem Schneebesen schaumig schlagen. In einer seperaten Schüssel Mehl, Natron, Backpulver und Salz mischen und diese anschließend zu den anderen Zutaten geben. Alles verrühren und zum Schluss noch die Schokoraspeln (Menge nach Geschmack - bei mir waren das einige) unterrühren.
Eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen und den Teig darin bei 180° C Umluft circa 20 Minuten backen.



In den nächsten Tagen dürft Ihr Euch noch auf eine kurze und wahrscheinlich total unprofessionelle Buchrezension zu Anständig essen von Karen Duve freuen. Eins schon mal vorweg: es ist defintiv eines meiner Lieblingsbücher!

So, und zum heutigen Abschluss möchte ich Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest und erholsame Feiertage wünschen! Ich hoffe, Ihr habt wie ich die Möglichkeit die Tage mit einer wunderbaren Familie oder anderen tollen Menschen zu verbringen und könnt die kurze Pause vom Alltag genießen!

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Vitamin B!

Als ich über diesen Post nachgedacht habe war ich mir eigentlich sicher, dass das Thema nicht Vitamin B12 sein sollte, weil ich einfach zu wenig Ahnung davon habe - da dieses Thema für einen Veganer aber unumgänglich ist, weil mit einem B12-Mangel nun wirklich nicht zu spaßen ist, fühle ich mich irgendwie ein bisschen verpflichtet darüber zu schreiben; vorallem weil ich meine Werte gerade habe überprüfen lassen. Und ich muss sagen, sie sind blöderweise total im Keller. Zunächst war es ziemlich schwer überhaupt einen Arzt zu finden, der davon wenigstens etwas Ahnung hat. Deshalb habe ich die ganze Thematik auch länger vor mir hergeschoben, als ich eigentlich wollte. Ein paar andere Veganer aus Heidelberg haben mir dann eine Ärztin empfohlen, die zwar auch nicht so bewandert auf dem Gebiet ist, aber einer veganen Ernährung zumindest nicht total kritisch gegenüber steht. Da die B12-Werte im Blut nicht aussagekräftig genug sind, wurde auch direkt mein Holo-TC-Wert gemessen. Dieser ist wohl der früheste Indikator für einen B12-Mangel (mehr Infos dazu gibt es beim Vebu) und genau den sagte mein Holo-TC-Wert aus. Die gültige Norm sagt aus, dass der Wert über 35 liegen sollte, meiner liegt jedoch bei 12,7! Sollte das hier jetzt ein Vegangegner bzw. jemand der Argumente gegen eine Vegane Ernährung lesen, was ich bezweifel, kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! Hiermit ist bewiesen, dass der Veganismus eine ganz gefährliche Sache ist, von der man lieber die Finger lassen sollte. Doch genau Euch sei gesagt: der Mangel an Vitamin B12 ist weit verbreitet und quasi eine Volkskrankheit. So ein Mangel entsteht außerdem nicht von heute auf morgen. Der Körper kann B12 mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre, speichern. Da ich aber erst seit circa August (so gut wie) vegan lebe, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass meine Werte auch zu  omnivoren Zeiten schon unter der Norm lagen. Also absolut kein Grund der Gesundheit zuliebe wieder Fleisch zu essen! Ich sollte mir nun schleunigst ein geeignetes Nahrungsergänzungsmittel besorgen, damit ich mit den besten Voraussetzungen in eine gesundes neues Jahr starten kann.

Nun aber zu den schöneren Themen, die ich bei diesem Post aufgreifen wollte: Blätterteig,  Breakfast, Bratlinge, Butter und die besten gesunden Chips die ich je gegessen habe!
Blätterteigteilchen gibt es bei uns zur Zeit ganz oft. Jenachdem wo man einkauft sollte man natürlich die Zutatenliste lesen - aber das kennen wir ja schon, oder? Der Blätterteig von Aldi ist jedenfalls vegan und kann mit wirklich allem gefühlt werde. Angefangen habe ich mit Pizzaschnecken, die es am Weltvegantag gab. Weitere Blätterteigschnecken habe ich mit Grünkohl gefüllt, der vor knapp drei Wochen in hiesigen Mengen mein Kühlschrank gefüllt hatte, und mit allerlei anderen Resten aus dem Kühlschrank. Probiert es aus - Eurer Phantasie sind dabei echt keine Grenzen gesetzt. Letzte Woche habe ich es dann auch mal mit etwas Süßem probiert. Ich hatte Besuch von zwei Freundinnen, mit denen ich vor ein paar Jahren
die Schulbank gedrückt habe, und habe zum Frühstück Apfeltaschen und Schokocroissants gebacken. Das geht total einfach. Für eine Rolle Blätterteig habe ich einen Apfel geschält, ihn in sehr, sehr dünne Stifte geschnitten, diese mit 2 TL Zucker gemischt und damit kleine Taschen gefüllt. Für die Schokocroissants habe ich veganen Schokoaufstrich auf ein Blätterteig-Dreieck gegeben und dieses dann zum Croissant geformt. Die Teilchen im Backofen backen bis sie braun und knusprig sind. Es hat allen so gut geschmeckt, dass für meinen Freund nur noch zwei Stück übrig waren. Deshalb habe ich heute nochmal welche gemacht. Diesesmal habe ich in die Apfeltaschen noch gehackte Mandeln rein getan. Für die Schokotaschen habe ich die Schokolade aus dem Adventskalender genommen - die kam bei meinem Freund nicht ganz so gut an; mal sehen, wie sie ihm in dieser Form schmeckt.


Was ich zur Zeit auch sehr gerne mag, sind Bratlinge. Letzten Freitag habe ich die Tofubratlinge, die es ebenfalls am Weltvegantag gab, für ein amerikanisches Abendessen verwendet: Burger, TK-Pommes und Endiviensalat. Die kamen sowohl bei mir, als auch bei meinem Freund sehr gut an und wenn ich so dran denke, läuft mir echt das Wasser im Mund zusammen.


Als letzte Woche meine Biokiste kam, die übrigens versehentlich im Keller meines Nachbarn landete und so zu einigem Chaos führte, und ich die Steckrüben, die ich erst anhand des Lieferscheins identifizieren konnte, entdeckt habe, war ich erstmal ratlos was ich damit anfangen soll. Auf der Suche bin ich dann auf ein Rezept für Wirsingbratlinge mit Steckrübenmus gestoßen. Praktischerweise waren in meiner Kiste auch zwei Köpfe Wirsing. Statt der angegebenen Gewürze habe ich Salz, Pfeffer und ganz viel Currypulver reingetan. Das Ganze sah bei mir dann so aus:

Sieht lecker aus oder? Wars auch!
Das Nächste auf meiner Unbedingt-darüber-Schreiben-To-do-Liste ist Butter. Keine echte Butter natürlich, denn die ist ja bekanntlich nicht vegan. Aber ich habe einen super Ersatz gefunden: Alsan! Genauer gesagt Alsan-S! Ich bin mir ziemlich sicher, dass Ihr die fast alle kennt, denn die taucht ja andauernd in veganen Rezepten auf. Bisher kannte ich nur Alsan-Bio, bei Nah und Gut habe ich dann die Alsan-S gesehen und garnicht weiter darauf geachtet ob -Bio oder -S, sondern einfach eingepackt - mit Bezahlen versteht sich. Nachdem ich Alsan-Bio als relativ geschmacksneutral empfand schmeckt Alsan-S doch tatsächlich wie Butter. Sogar so sehr, dass ich ganz besorgt gegoogelt habe, ob die auch wirklich vegan ist. Und sie ist es! Und sie ist lecker! Eben wie die Butter, die ich von früher kenne.

So und der letzte Punkt, sind die besagten Chips. Nachdem Grünkohl gerade ziemlich in zu sein scheint - kein Wunder, ist ja auch quasi Grünkohl-Saison und ich war sicher nicht die Einzige, die diese platzraubene Kohlsorte in ihrer Biokiste gefunden hat - gab es etliche Blogs, in denen von Grünkohl-Chips die Rede war. Eigentlich wollte ich nicht auch noch darüber schreiben, daher auch nur ganz kurz: richtig lecker und dazu noch gesund! Und hey, es sind Chips, ziemlich abnormal, dass sowas auch noch gesund sein kann! Das Rezept habe ich von Totally Veg! und Ihr müsst es einfach auch ausprobieren!


Jetzt muss ich erst Mal meinen Kühlschrank überfallen, damit ich noch ein verspätetes Mittagessen zwischen ie Zähne bekomme - ein Hoch auf den Urlaub - wann sonst kann man einfach mal zum Kühlschrank gehen und einfach das rausholen, worauf man gerade Lust hat!

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Was bisher geschah!

Als Einstieg in meinen heutigen Post muss ich mich wohl erst als Serienjunkie outen. Täglich um 17:30 startet mein Soap-Marathon mit Unter Uns, nach einer kurzen Pause folgt Anna und die Liebe, weiter geht es mit Alles was zählt und den Abschluss macht dann der Klassiker schlechthin: GZSZ! Höchstwahrscheinlich stempeln mich jetzt einige ab, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass auch ein paar unter Euch sind, die sich spätestens jetzt sehr gut mit mir identifizieren können und mich vielleicht sogar eine von uns nennen! Worauf ich hinaus will ist eine Szene, die sich heute bei Anna und die Liebe abspielte: ein Pärchen (kursiv weil: sie sind NOCH nicht zusammen) fährt in den Wald um einen Weihnachtsbaum zu schlagen, dabei machen sie einen Abstecher auf einem Bilderbuch-Bauernhof, um die Weihnachtsgans abzuholen. Plötzlich bekommt Sie jedoch Mitgefühl mit den Gänsen und möchte sie retten, entscheidet sich aber dagegen, weil sie vorbestraft ist. Um ein guten Eindruck bei Ihr zu machen entschließt Er sich, den Bauern um Gnade für die Gänse zu bitten. Dass das ein aussichtsloses Unterfangen und die ganze Geschichte sowieso sehr unrealistisch ist wissen wir alle - sogar ich, die täglich mehrere Stunden mit solchen Geschichten verbringt. Das Ende der Geschichte ist jedoch, dass die beiden doch tatsächlich das Leben der Gänse retten, indem sie dem Bauer das Geld zurück lassen und die Gänse im nächstbesten Teich in ihre Freiheit entlassen. Optimistisch wie ich bin, frage ich mich nun natürlich, ob da vielleicht eine Message dahinter steckt oder ob hier einfach das typische Adventszeit-Nächstenliebe-Klischee bedient werden soll. Sicherlich wird eher die zweite Vermutung die richtige sein, aber nichtsdestotrotz ist doch die Botschaft echt was wert. Der eine oder andere Zuschauer, der der Tierliebe und einem fleischlosen Leben nicht abgeneigt ist, wird sich dadurch vielleicht wirklich Gedanken über die, höchtwahrscheinlich unbewusst, angesprochene Thematik machen. Ich hoffe da draußen sind noch ein paar mehr Optimisten, die solche absurden Gedankengänge ausbrüten. Aber mal ehrlich, was denkt ihr über das Aufgreifen einer solchen Thematik vor seichter Seifenoper-Kulisse? Mal abgesehen davon, ob vom Drehbuchautor, Produzenten oder sonstwem gewollt oder nicht, glaubt Ihr, es könnte Menschen zum Nachdenken bringen?

Ein zweites Mal, wo ich an einem unerwarteten Ort positiv vom Veganismus überrumpelt wurde, war mein Arbeitsplatz. Eine, schon etwas ältere, Kollegin hat bald ein paar Leute zum Essen da, darunter auch eine Fast-Veganerin. Über mehrere Ecken hat sie dann wohl erfahren, dass ich vegan leben. Also fragte sie mich, was man jemandem kochen könnte, der überhaupt nichts isst. Im weiteren Gespräch hat sie mehrmals durchklingen lassen, dass sie eigentlich ziemlich genervt darüber ist, Sonderwünsche beachten zu müssen. Außerdem hat sie auch zugegeben, dass sie ihr quasi schonmal eine Soße untergejubelt hat, die wohl nicht vegan war, dies aber nicht bemerkt wurde, weil die besagte Person erst sechszehn und dazu noch etwas zu naiv ist, um zu wissen, was grundsätzlich vegan ist und was nicht. Obwohl mir mehrere Male eine negative Grundstimmung gegenüber dem Veganismus aufgefallen ist, hat es mich sehr gefreut, dass sie mich gefragt hat und sich trotzdem ernsthaft Gedanken macht. Ich habe ihr also zwei Kochbücher mitgebracht und sie mir im Gegenzug ein Rezept für Kartoffelgulasch - ein Rezept íhrer Mutter, das es in Ihrer Kindheit gab, wenn kein Geld für Fleisch, dafür aber Kartoffeln im Haus waren. Das Rezept werde ich ganz bald testen und Euch dann berichten, ob es was kann. Zur Verteidigung meiner Kollegin muss ich sagen, dass mir während eines zweiten Gesprächs eine gesunde Einstellung zu Lebensmittelverschwendung, Wegwerfgesellschaft und Fleischkonsum aufgefallen ist, was die ersten Negativpunkte eigentlich schon wieder wettmachen.

Was sonst noch geschah, ist die Ankunft einer Buchbestellung. Blöderweise kamen vier Bücher in drei Einzellieferungen, was mich ziemlich geärgert hat, weil einfach total verschwenderisch. Ein Grund nächstes Mal wieder im Buchladen zu kaufen (meine Miles-and-More-Bonuspunkte, die ich für die Bücher eingelöst habe, sind ja nun sowieso weg). Momentan lese ich noch Anständig essen von Karen Duve, kann es aber kaum erwarten, mit den neuen Büchern zu beginnen.

Meine Ausbeute!
So, und um das Klischee so richtig abzurunden, werde ich mich nun verabschieden und Frauentausch schauen. Beim Zappen habe ich nämlich gerade entdeckt, dass heute eine Familie dargestellt wird, die offenbar eine sinnvolle Einstellung zur Ernährung haben. Die Mutter erzählte gerade, dass ihre Kinder von klein auf gesund ernährt werden sollen und das Gemüse auch gegessen werden muss, wenn es mal nicht so gut schmeckt wie Pommes und Co. (Dem kann ich nur zustimmen.) Der Sohn (circa 12) äußerte sich daraufhin ebenfalls zur gesunden Ernährung und versicherte, dass man von ungesundem Essen krank werden und sogar daran sterben kann. Ebenfalls thumbs up - ich hoffe meine zukünftigen Kindern entwickeln auch mal eine so gesunde Einstellung zum Essen! Und nun, wir bereits angekündigt: Gute Nacht Euch allen!