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Donnerstag, 1. November 2012

Vegan in Portugal!

Anfang Oktober war unser Ziel nochmal richtig Sonne zu tanken, bevor der Winter über Deutschland einbricht. Und da ist uns in Portugal mehr als geglückt.

Der Hauptgrund für unseren Urlaub war der Besuch einer Freundin, die in Coimbra studiert - die Stadt war deshalb auch der erste Stopp auf unserer Reise. Die Altstadt bietet eine tolle Atmosphäre und die Universität mit ihrer tollen Architektur sollte man sich nicht entgehen lassen.

Auch satt werden kann man in Comibra sehr gut - schon hier habe ich festgestellt, dass vegane Lebensmittel in 0-8-15-Supermärkten keine Seltenheit darstellen. Unglaublich wieviele Sojajoghurtsorten sich da im Kühlregal präsentieren und wieviele verschiedenen Sojamilchsorten es dort zu kaufen gibt. Sojamedaillons, Vürstchen (leider auch einige, die Eieiweiß enthalten - ein Hoch auf meine Übersetzerin) - so viele Produkte konnte man dort finden. (Bereitet Euch jedoch darauf vor, dass es in jedem noch so kleinen Supermarkt frischen Stockfisch zu kaufen gibt - ich fand das nicht so appetitlich (weder den Anblick, noch den Geruch)). Außerdem gibt es in Coimbra eine große Markthalle, in der man frisches und regionales Obst und Gemüse für wenig Geld erwerben konnte (z.B. 1 kg Äpfel gab es schon ab € 0,40) und die Uni hat mehrere Mensen, in der eine nur vegetarisches Essen anbietet. In die haben wir es zeitlich leider nicht geschafft.

Unsere Gastgeberin kannte sogar ein vegetarisches Restaurant (vorab konnte ich zu dem Thema im Internet nichts finden...), das sich in einem sehr, sehr kleinen Einkaufszentrum befindet und das man durch Zufall sicherlich nicht entdecken würde (dementsprechend wenig war auch los). Das Menu Verde ist auf den ersten Blick leider nicht sehr einladend, aber das Essen war wirklich nicht schlecht. Zu zweit haben wir rund € 14,- für Essen und Getränke gezahlt und da gibts wirklich nichts zu meckern. Dieser Preis verleiht übrigens auch einen guten Eindruck über die Preislage in Portugal.

Sojalasagne
Die juristische Fakultät.
In den Gassen von Coimbra.

Das zweite Ziel unserer Reise war das Städtchen Vila Praia de Ancora im Norden Portugals. Weil wir auf der Reise dorthin unseren Zug in Porto verpasst hatten, hatten wir unverhofft 3 Stunden Aufenthalt. Wie könnte man diese Zeit besser nutzen, als in einem veganen Restaurant gemütlich zu mittag zu essen? Und so statteten wir dem Maus Hábitos, unweit von der Estació São Bento entfernt, einen Besuch ab. Auch dieses Restaurant hätten wir nicht gefunden, wenn wir nicht bewusst danach geschaut hätten, denn am Eingang weist nur eine kleines Schild daraufhin hin. Das Restaurant befindet sich ganz oben in einem großzügigen Raum mit einem schönen Ausblick und Dachterasse für die Gäste.
Im Maus Hábitos gibt es jeweils eine Vor- und Hauptspeise sowie ein Dessert bzw. Kuchen, die man sich nach Belieben zusammenstellen kann. Außerdem gibt es frisch gepresste Säfte. Eine reguläre Karte gibt es nicht.

Das Maus Hábitos
Weil ein Teil der Vorspeise "nur" vegerarisch war, gab es für mich Brot mit Algenaufstrich (wenn ich das richtig verstanden habe)
...dazu gab es Spinatsuppe
Falafel (irgendwie hat sich das inzwischen zum veganen Standartessen enwickelt) mit Couscous- und grünem Salat
Noch am selben Tag kamen wir an unserem eigentlichen Ziel, kurz übrigens Ancora Praia genannt, an. Der Ort liegt wirklich sehr weit im Norden, nahe der spanischen Grenze, und ist eher klein und dörflich. Um die Jahreszeit gab es nur wenige Touristen und das war auch gut so. Die vier Tage sollten nur der Entspannung dienen und ohne Stress und Termine verlaufen. Ich kann nur sagen: Mission erfüllt. Wir hatten dort zwar auch ein wenig Regen, doch zum Entspannen und nichts tun kam der genau richtig.

Im Hotel Meira war Frühstück inklusive. Ich hatte vorab per E-Mail gebeten meine vegane Ernährung zu berücksichtigen woraufhin mir mitgeteilt wurde, dass ich am Buffett sicherlich etwas finden werde. Dem war leider nicht so. Klar, die Standardsachen wie Brötchen, Brot und Marmelade gab es schon, aber frisches Obst und Gemüse gab es leider fast garnicht - und das trotz der extrem günstigen Anschaffungspreise. Was es dafür gab (keine Ahnung, ob das immer der Fall war oder meine Anfrage doch half), war die leckerste Sojamilch die ich kenne: Vivesoy. Der typische Sojamlichgeschmack fehlte hier fast ganz, dafür hatte sie ein leicht vanilliges Aroma. Seeeehr lecker.

An Restaurants hatte Ancora Praia leider so gut wie nichts zu bieten. Unser Hotel verfügte über eins, aber dieses war mit seiner fleischlastigen Karte eher nicht so einladend. Die anderen Möglichkeiten um essen zu gehen nannten sich Snack Bars und dann gab es noch das Café Central, in dem sich sowohl die Jugend, als auch die Senioren des Ortes treffen zu schienen. Dort gab es für mich einmal Pizza ohne Käse (für die Frage ob im Teig Milch oder Eier enthalten sind wurde ich zwar seeeehr schräg angeschaut, aber immerhin wurde sie verneint) und einmal Pommes mit einem gemischten Salat (Öl und Essig wurde gesondert gebracht). Die anderen Abende haben wir es uns mit Obst, Brötchen, Vurst (aus Deutschland) und Marmelade auf dem Zimmer gemütlich gemacht. Aufgrund der fehlenden Spektakularität (ja dieses Wort gibt es wirklich) dieser Speisen, gibt es hierzu keine Fotos).

Am Strand,
am Strand
und nochmal am Strand.
In Porto gestaltet sich die vegane Ernährung sehr viel leichter. Es gibt mehrere vegetarische Restaurants und auch eine komplett vegane Location. Außerdem gibt es wohl auch einige wenige Biomärkte und überhaupt bekommt man den Eindruck, dass die Stadt sehr vegetarierfreundlich ist. Im Oporto Poets Hostel, wo wir untergekommen sind, (super Lage, tolle Atmosphäre!!!) konnte man auch ein Abendessen buchen und auch hier gab es eine vegetarische Option. Da wir dieses aber nicht in Anspruch genommen haben, weiß ich nicht, ob es auch vegan gegangen wäre.




Das erste vegane Essen hatten wir in der Studentenbar Café Piolho D'ouro, in der ich überhaupt nicht mit einem veganem Angebot gerechnet habe. Aber wenn es schonmal da ist, testet man es natürlich - also ich kann da zumindest nicht nein sagen.  

Vegane Lasagne
In Porto solltet Ihr Euch darauf gefasst machen, dass Ihr je nach Anlaufpunkt erst sehr spät abends etwas zu essen bekommt. Da merkt man halt, dass man im Süden ist und für uns Mitteleuropäer war das schon eine Umstellung.

Unsere Freundin aus Coimbra hat uns ein vegetarisches Restaurant in der Nähe des Flußes empfohlen, das wir natürlich unbedingt testen wollten: das Casa da Horta. Hier befindet sich nicht nur ein Restaurant, sondern auch eine Art Kulturverein und man kann auch einige ökofaire Produkte kaufen. Die Essenswahl können die Gäste von einer kleinen, regulären Karte treffen und es gibt wohl auch ein wechselndes Tagesgericht.
Bei unserem ersten Besuch hatte das Restaurant leider noch nicht offen, also sind wir abends wieder gekommen. Da es da aber immernoch nichts zu essen gab, haben wir wir uns nur für zwei belegte Brötchen to go entschieden - eins mit Seitan und eins mit Tofu. Unglaublich wie lecker etwas so unspektakuläres schmecken kann. Sowohl Tofu, als auch Seitan waren in einer Marinade (u.a. mit Sesamkörnern) angebraten.

Casa da Horta
Ein "Lampenschirm" aus Flaschendeckeln - geniale Recycling-Idee wie ich finde!
Tofubrötchen
Seitanbrötchen - oh ich liiiebe Seitan!
Da das Casa da Horta bei unserem ersten Besuch ja noch zu hatte, wollten wir das vegane Restaurant O Terraço besuchen. Der Weg dorthin war eine echte Odysee und wir hatten wirklich Probleme es zu finden. Also beschlossen wir einen Passanten um Hilfe zu bitten - er sprach zwar fast kein Englisch, aber er ist eine Viertelstunde mit uns durch die Gassen gezogen um es zu finden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das in Deutschland genauso passieren würde. Da unser Helfer aber irgendwann auch nicht mehr weiter wusste fragte er einen weiteren Passanten und diskutierte mit diesem auf portugiesisch, wo das Restaurant sein könnte. Als dann das Wort vegetal (zumindest hörte es sich so an...) fiel, siganlisierte ich, dass es das sein musste und schlußendlich konnte uns der Weg tatsächlich gezeigt werden. Tja, aber leider hatte auch dieses Restaurant zu. 
Als dann die Casa da Horta am Abend nichts zu essen für uns hatte, zogen wir mit unseren Brötchen to go dorthin weiter und bekamen dort endlich, endlich etwas zwischen die Zähne. Die Location ist einfach genial - wie der Name schon sagt, gibt es eine große Terrasse mit einem tollen Ausblick über den Fluß und einen Teil der Stadt.

Der Ausblick
Für den späteren Abend war sogar ein veganes BBQ geplant, leider zu spät für uns, da wir am nächsten Morgen ziemlich früh an den Flughafen fahren mussten. Also schlugen wir uns die Bäuche mit einem leckeren Couscous-Salat, einer Tofupizza und einem Stück Schoko-Apfel-Tarte voll. Dazu gab es frischen Limettensaft und eine sehr, sehr leckere Sangria. Die solltet Ihr unbedingt probieren, wenn Ihr auch mal dort vorbeischaut.

Um zum Eingang zu kommen muss man die Stufen einer steilen Treppe überwinden. Dieses Schild ist der einzige Hinweis darauf, dass man diesen Stufen folgen muss und hängt offenbar auch nur, wenn das Restaurant auch geöffnet hat.

Tofupizza
Couscous-Salat

Die Tage in Portugal waren wirklich toll. Wir haben festgestellt, dass dort viele Menschen (aufjedenfall deutlich mehr als in Polen) Englisch gesprochen haben oder es zumindest versucht haben. War beides nicht der Fall, wurde uns mit Händen und Füßen weitergeholfen.
Was man leider auch sagen muss ist, dass man dem Land wirklich anmerkt, wie sehr es von der Wirtschaftskrise betroffen ist. An jeder Ecke sind Ladengeschäfte, Häuser oder Wohnungen zu verkaufen und viele wunderschöne alte Häuser verfallen einfach, weil kein Geld für die Restaurierung da ist.

Wenn Ihr also auch mal die Möglichkeit habt nach Portugal zu reisen, macht es unbedingt.Es lohnt sich wirklich.


Dienstag, 28. August 2012

Vegan in Gdansk - Green Way, Bioway und Fukafe!

Herrjemine, mit dem nächsten Teil meines Urlaubsberichts folgt auch schon der nächste Zungenbrecher. Polnisch ist halt aber auch eine schwere Sprache und das deutsche Pendant ist wiedermal um einiges leichter: Danzig. Wem das nichts sagt: wunderschöne Altstadt, maritime Atmosphäre und mit Westerplatte einer der geschichtsträchtigsten Orte Europas (auf dieser Halbinsel begann der zweite Weltkrieg). Aber auch Bernstein en masse, Günter Grass' Blechtrommel und vorallem leckeres veganes Essen. Und darum soll es ja schließlich hier gehen.
Schon bei der Ankunft merkt man der Stadt an, dass Sie trotz des alten Stadtbildes etwas großstädtischer und morderner ist als die Orte die wir zuvor besucht haben. Und wie es halt so ist, kommt mit dieser Modernität oft auch die Möglichkeit vegan zu essen.
Hierfür hat man in Danzig grob gesagt drei Möglichkeiten: Green Way, Bio Way (beides vegetarische Restaurantketten) und das Fukafe (vegetarisch-veganes Café), welche auch alle von uns getestet wurden.

Unser erster Anlaufpunkt war das Green Way in der Altstadt, wo wir zusammen mit unserem Couchsurfing-Gastgeber Marek gegessen haben. Für ihn war es wohl der erste Berührungspunkt mit veganem Essen und er hat zumindest nichts schlechtes gesagt ;-). Das Green Way hat eine Terrasse, was die Location glücklicherweise etwas gemütlicher macht. Im Innenbereich geht es eher kantinenmäßig und umgemütlich zu, außerdem wird aus Plastikbechern getrunken, was, wie ich finde, garnicht geht - schon garnicht in einem Restaurant, dass sich Green Way nennt. Das Essen selbst war ganz okay, die Auswahl, die mit Bildern an der Wand vorgestellt wurden, war nicht schlecht und vegane Speisen waren entsprechend zu erkennen. Überzeugen konnte es mich aber leider nicht - wenn ich mich im Internet allerdings so umschaue, scheinen die anderen (neueren??) Filialen einen netteren Eindruck zu machen.



Am nächsten Tag besuchten wir das Fukafe - weil Danzig ja nur großstädtisch wirkt, ansonsten aber eher klein ist, mussten wir keine Gewaltmärsche unternehmen um alle Locations zu erreichen (sowieso haben wir in Danzig alles zu Fuß erledigen können und ÖPNV war überhaupt nicht notwendig). Das Fukafe ist ein wunderschönes kleines Café, das quasi auf der Galerie der Galeria Pionova untergebracht ist. Um es zu finden muss man die Augen allerdings sehr gut aufmachen, da es sich hinter einem anderen Gebäude versteckt, wo man es garnicht vermutet und sowieso das Problem mit den polnischen Hausnummern und überhaupt ;-) Als wir dann endlich dort waren gab es nur einen veganen Kuchen - der andere war es leider nicht, obwohl das Fukafe eigentlich ein veganes Café ist. Leider wurde auch hier fast kein Englisch gesprochen, eben weil es dort so persönlich ist hätte ich mich gerne ein wenig unterhalten. Schön und vorallem lecker wars aber trotzdem!

Schoko-Erdnuss-Kirsch-Kuchen

Weil in unseren Mägen noch ganz viel Platz war ging es vom Fukafe aus direkt ein paar Blocks weiter zum Restaurant Bioway. Genau wie im Green Way ist hier Selbstbedienung angesagt und auch hier kann man die Kantinenatmosphäre nicht schön reden - aber die Einrichtung, das Ambiente und die freundlichen Mitarbeiterinnnen und nicht zuletzt das leckere Essen lassen das schnell vergessen.
Die Auswahl an Hauptspeisen ist relativ groß und dank der Bilder kann man auch ohne Polnischkenntnisse verstehen, was es gibt - die veganen Gerichte sind gekennzeichnet.

Die Beilagensalate durfte man selbst auswählen.


Zwischen Stettin und Danzig lag übrigens noch ein 4-tägiger Aufenthalt in Łeba, einem ziemlich kleinen Ort an der polnischen Ostseeküste, der hauptsächlich von polnischen Touristen besucht wird - man kann es dort sehr ruhig haben, den Strand und vorallem die riesigen Dünen im Nationalpark genießen (was wir gemacht haben) oder auch ordentlich feiern. Weil es dort kulinarisch NICHTS zu erzählen gibt (ich sage nur Beilagen und Salat), habe ich mich entschlossen dem Ort keinen gesonderten Post zu widmen.

Montag, 20. August 2012

Vegan in Szczecin - Amar!

Die meisten von Euch fragen sich sicherlich erstmal, was das für ein Zungenbrecher in der Überschrift ist - aber es geht auch einfacher, weil auf Deutsch: Stettin. Das war nämlich unser erster (und auf der Rückreise dann auch letzter) Stopp in Polen. Die Anreise ab Berlin ist für deutsche Verhältnisse mit € 10,- sehr günstig (wenn man auf der Rückreise aber die polnischen Preise kennt kommt es einem allerdings unverschämt teuer vor) und ein gute Möglichkeit um das weitaus günstigere Polen zu erreichen.

Zunächst mal ein paar Worte zu den Verpflegungsmöglichkeiten allgemein. Wer in Polen die Möglichkeit hat einen großen Supermarkt zu besuchen, hat durchaus die Möglichkeit vegane Produkte zu finden. Auch in kleineren Supermärkten gibt es vereinzelt Sojatrockenprodukte (z.B. Sojabigsteaks in 3er-Packungen, was ich schon ganz praktisch finde). Sicherlich gibts es auch ein paar weitere pflanzliche Produkte - weil die polnische Sprache aber so gut wie überhaupt nicht von einer mir bekannten Sprache abzuleiten ist, konnte ich die Inhaltsstoffe leider so gut wie überhaupt nicht ableiten.
In Restaurants hingegen war es in etwa wie bei uns - weil die polnische Küche ziemlich fleischlastig ist, kann man sich auf dem Land mit Beilagen wie Gemüse, Salat unmd Pommes über Wasser halten, in größeren Städten (als Vergleichswert kann ich allerdings nur Danzig anbieten) gibt es aber auch vegetarische oder sogar vegane Restaurants oder Cafés.
Abgesehen von der Sprachbarriere (vielerorts wurde weder Englisch noch Deutsch gesprochen) muss man mit etwas Vorbereitung also keinenfalls verhungern. Wenn man sich davon noch etwas Überlebensproviant in Form von Aufstrichen und Spacebars einpackt (das ich blöderweise in Deutschland habe liegen lassen) kann man fast nur gewinnen.

In Stettin haben wir das Restaurant Amar besucht, das nicht weit von der Innenstadt entfernt ist und sich gut mit einem Besuch im Einkaufszentrum Galeria Kaskada verbinden lässt - das Ambiente ist sehr einladend und man sitzt an Tischen im Kolonialstil, die ich sehr gerne mag. Das Menü wurde an einer großen Pinnwand präsentiert und war daher ein wenig übersichtlich - die Auswahl hingegen aber sehr groß. Weil wir auf dieser Karte natürlich fast nur Bahnhof verstanden haben, haben wir nach einer englischen Karte gefragt. Die wurde uns dann auch auf einem lieblosen DIN A4-Zettel ausgehändigt - aber wenn wir es von der positiven Seite sehen (wie ich es eigentlich immer mache) ist das ja auch besser als nichts. Also haben auch wir etwas gefunden und bestellt.
Für meinen Freund waren das panierte Seitanschnitzelchen - hätte ich nicht nochmal mit Händen und Füßen nachgefragt hätte er diese ohne Beilage serviert bekommen. Aufgrund der Übersetzung ging das aus dieser Karte nicht unbedingt sehr gut hervor, hingewiesen wurden wir darauf bei der Bestellung aber auch nicht. Nach meiner Nachfrage gabs dann also noch Pommes aus Kartoffeln, Süßkartoffeln und Karotten dazu.
Auf meinem Teller landete ein sehr leckeres Seitangulasch. Beide Portionen waren für einen Snack in Ordnung, aber nicht ausreichend um den großen Hunger zu stillen.
Die Freundlichkeit des Personals ließ leider auch sehr zu wünschen übrig - zum einen der fehlende Hinweis bezüglich der Beilage, zum anderen hatte man das Gefühl, dass sich keiner bemühen wollte die Sprachbarriere mit einem zufriedenen Ergebnis zu überwinden; ganz nebenbei wurden z.B. die schweren Stühle sehr ruppig und mit viel Krach an die Tische zurückgeschoben, was das schöne Ambiente leider um einiges umgemütlicher gemacht hat und die Motivation der Mitarbeiter für mich sehr gut widerspiegelt. Alles in allem aber durchaus empfehlenswert.

Die zweite Möglichkeit in Stettin vegan zu essen ist das Green Way, eine polnische Kette vegetarischer Restaurants - dieses haben wir in Danzig besucht und weil das weder vom Essen noch vom Ambiente (Kantinenflair!) sooo berauschend war, haben wir dort in Stettin nicht auch noch vorbeigeschaut. Gäbe es also eine wirkliche Alternative, würde ich diese wählen, unter den gegebenen Umständen bliebe das Amar mein Anlaufpunkt in Stettin.

Abgesehen von diesen Spezialrestaurants wird man essenstechnisch aber sicherlich auch in dem erwähnten Einkaufszentrum fündig. Wie es im Ausland in den Malls so üblich und in Deutschland noch viel zu wenig verbreitet ist, gibt es dort einen großen Foodcourt. Für alle denen der Begriff nichts sagt - dort gibt es etliche Restaurants, an denen man sich sein Essen selbst holt, sitzen kann man aber an einem der zentralen Tische. So entfällt also das lästige Entscheiden wo gegessen wird, sollte man mit mehreren Personen unterwegs sein.

Seitanschnitzelchen
Seitangulasch

Montag, 13. August 2012

Urlaubsfreuden: Vegan in Berlin - Kopps, Rootz, Goodies und Vöner!

Zunächst muss ich etwas loswerden: es tut wahnsinnig gut nach viel zu langer Zeit (3 Jahre!) den Rucksack auf den Rücken zu schnallen und loszuziehen! Zwar war unser Trip aufgrund der Kürze ziemlich durchgeplant und nicht der typische Backpacker-ich-bleibe-dort-wo-es-mir-gerade-gefällt-Trip, aber auch das hat meiner ständigen Reiselust (mein Name kommt ja nicht von ungefähr) so unendlich gut getan.
Der erste Stopp unserer Reise war eine der tollsten Städte der Welt: Berlin. So schön, dort den Bruder meines Freundes und dessen Mann zu sehen, so schön die tolle Atmosphäre auf mich wirken lassen zu können und natürlich so schön, noch mehr vegane Locations zu testen. Und es war guuut!

Worauf ich mich ganz besonders gefreut habe, war das Kopps (Mitte). Glücklicherweise waren wir entgegen der Tagesplanung schon zum Mittagstisch dort, denn so konnten wir doch noch etwas Geld der ohnehin schon knappen Urlaubskasse sparen. Die Preise und die Größe der Portionen erinnern stark ein Gourmetrestaurant, das ist aber auch gut so, denn Vielfalt belebt ja bekanntlich und umso spannender wird es in der veganen Restaurantlandschaft. Außerdem spricht es so ja auch ein Klientel an, dass die typischen alternativen Fast Food Restaurants wohl eher nicht aufsuchen würde. Also alles top! Übrigens auch das Essen, die Atmosphäre, die Freundlichkeit der Mitarbeiter und und und!

Rote-Beete-Suppe als Vorspeise

Eiersalat mit Brot auf Kosten des Hauses!
Alt-Berliner Schmorgurken mit Bouletten und Kartoffelschnee.
Sojaroulade mit Blaukraut und Kartoffeln.

Doch nicht nur das Kopps konnte mit veganen Leckereien begeistern. Wer auf Fast Food steht (seit ich vegan lebe habe ich wohl mehr Burger gegessen als in den 24 Jahren zuvor) sollte sich das Rootz (Kreuzberg) auf keinen Fall entgehen lassen. Die Pommes waren so gut und wenn ich das sage, dann muss es so sein, denn Pommes sind eine meiner Leibspeisen und ich kenne mich daher auf dem Gebiet echt aus ;-)

Rootz-Burger (im Hintergrund), Chick-Feel-Ä Burger (rechts) und hausgemachte Pommes.
Trotz vollem Bauch konnte ich auf diesen Schokokuchen nicht verzichten. Hättet Ihr widerstehen können?
Weil wir unter der Woche in der Hauptstadt waren, war das vegane Brunch-Angebot eigentlich nicht vorhanden (oder hab ich was übersehen?), daher haben wir ein Frühstück im Goodies (Friedrichshain) genossen. Wie im Rootz ist auch hier nicht alles vegan, aber die veganen Optionen sind ausreichend gekennzeichnet. Im Goodies war so viel los, sodass wir uns ziemlich schnell entscheiden mussten, das Angebot war riesig, in Kombination mit der großen Menütafel etwas unübersichtlich und ich daher ziemlich erschlagen. Dafür waren die Preise nicht ganz so hoch, wie ich nach einigen Bewertungen schon stark befürchtet hatte. Alles in Allem war ich auch von diesem Besuch mehr als begeistert. Kleinigkeiten wie recyclete Servietten machen mir die Location noch etwas sympathischer (mal abgesehen von dem Salat, der abgepackt in Plastikfolie ins Restaurant getragen wurde...).

Bagel mit Tofu, Wassermelone und viel mehr.
Ciabatta mit Tempeh, Süßkartoffel-Irgendwas und ebenfalls viel mehr! Defintiv einer meiner Urlaubs-Favoriten.
Am letzten Urlaubstag hatten wir auch nochmal ein paar Stunden Aufenthalt - Zeit genug um meinem Freund das Vöner (Friedrichshain) zu zeigen. Meine Augen waren mal wieder um einiges größer als alles andere und so habe ich tatsächlich einen Wagenburger und eine Portion Pommes bestellt. Geschafft hab ich das alles natürlich nicht, aber es war wie immer sehr lecker.
 
Cooles Etikett, noch coolers Getränk!
Sehr gehaltvoller Wagenburger!

Wenn ich so in den Urlaubserinnerungen schwelge, werde ich auf die Berliner ganz schön neidisch - so viel tolle Auswahl an veganen Restaurants und so viel leckeres Essen; das vermisse ich hier doch ganz schön. Andererseits wär ich dann sicherlich pleite und würde einige Kilos mehr auf den Hüften haben. So bleibt Berlin immerhin was besonderes!

Dienstag, 17. Juli 2012

Begeisterungsstürme und andere Urlaubsfreuden!

Bevor unser Berlin-Polen-Urlaub am Donnerstag startet, verbringen wir gerade noch etwas Zeit bei meinen Eltern. So richtig zum Entspannen kommen wir hier aber nie, weil immer was los ist. Heute waren wir mit meiner Mutter unterwegs und ich habe so viele vegane Dinge gefunden, die ich noch nicht kannte - und das obwohl wir hier quasi auf dem Land sind.

Die Rübliwurst kostet € 2,99 und ist wirklich lecker! Die Bärlauchknackerle gibts morgen!
Die beiden Dinge habe ich im Scheck-In Center in Baden-Baden gekauft - dort gab es zwei verschiedene Kühlregale mit Vurstsorten und vegetarischen Fertigprodukten. Leider waren viele Produkte mit Eieiweiß, aber ich finde allein die Auswahl schon echt super.

Weil wir am Samstag ja nach Polen (Łeba, Danzig, Stettin) fahren und ich heute zufällig dieses Buch entdeckt habe, gab es für mich auch gleich noch eine zweite Urlaubslektüre.


Am Sonntag wurde hier bereits gegrillt und auch hier musste ich nicht hungern. Meine Grillkartoffeln und Tofu-Gemüse nahmen den halben Grill ein und auch von den Salaten konnte ich fast bedenkenlos nehmen (in einem war Feta drin). Zum Nachtisch hatte meine Mutter dann auch noch einen veganen Kuchen kredenzt.

Bei den nicht-veganen Dingen einfach mal wegschauen!




Am Donnerstag machen wir uns dann auf den Weg nach Berlin und am Samstag geht es dann nach Polen. Gerade in Danzig scheint es essentechnisch einiges für mich zu geben - falls jemand von Euch noch Tipps für uns hat, nehmen wir diese natürlich dankend entgegen.

Dienstag, 15. Mai 2012

Weil Tübingen einfach rockt!

Weil eine sehr gute Freundin von uns seit ein paar Monaten in Tübingen wohnt, haben wir das letzte Wochenende in dieser wunderschönen Studentenstadt verbracht. Bei unserer Ankunft wurden wir von der Sonne begrüßt und so haben wir den sommerlichen Freitagabend im Bota (dem alten botanischen Garten) und am Holzmarkt verbracht - an beiden Orten herrschte eine so tolle Stimmung, dass ich schon etwas neidisch bin, dass Heidelberg nicht ganz so nah an Tübingen liegt. Auch die Altstadt und das Schloss, die wir bei dem typischen Tourikram entdeckt hatten, müssen sich ganz sicher nicht verstecken.
Und was bei so einem Auswärtspiel ganz sicher auch nicht fehlen darf: das Essen. Schon vor ein paar Wochen bin ich zufällig auf das Rock and Dog gestoßen - was für eine glückliche Fügung, wo ich doch schon damals wusste, dass ich bald in Tübingen sein werde. Unser Kennenlernen schien jedoch unter keinem gutem Stern zu stehen - bei meinem Besuch am Freitag stand ich vor geschlossenen Türen, weil der Laden später als üblich öffnete und Samstag gab es keine Wheatys mehr. Also gabs das Brötchen mit allem, nur eben ohne Vurst. Lecker wars trotzdem! Die Location des Rock and Dogs rockt übrigens ganz besonders - es liegt direkt neben dem Last Resort, einer Disco/Club/Kneipe und ist auch sonst ziemlich gut zu erreichen, was es möglich macht während einer durchfeierten Nacht einen richtigen Mitternachts-Snack zu genießen. Entschuldigung, welcher Veganer träumt davon bitte nicht?

Das mit dem Hot Dog-Bild hat zu so später Stunde nicht mehr funktioniert, daher die richtig coole Speisekarte.
Bevor wir in das Tübinger Nachtleben gestartet sind, haben wir übrigens die Spargelsaison genutzt und mächtig geschlemmt. Für die anderen gab es (leider) panierte Schnitzel dazu, dabei war es doch auch ohne schon sooo lecker.

Meine erste vegane Sauce Hollandaise.
Mehr zu Tübingens veganen Facetten gibt es hier.

Donnerstag, 29. März 2012

Kulinarische Höhepunkte einer Dienstreise!

Vergangenen Montag und Dienstag war ich auf Grund eines Steuerseminars in Potsdam. Und ich kann es immer noch kaum glauben: ich konnte mich tatsächlich die ganze Zeit vegan ernähren, ohne Kompromisse eingehen oder nur Salat knabbern zu müssen und das obwohl ich keinen großen Einfluss auf mein Essen hatte.
Im Hotel am Großen Waisenhaus, wo ich zwei Nächte Gast war, fühlte ich mich diesbezüglich am besten aufgehoben. Ich hatte meine Ernährungsweise bereits bei der Buchung angegeben und schon da wurde mir gesagt, dass versucht wird, darauf Rücksicht zu nehmen. Selbst ohne irgendwelche Extras wäre das Buffet schon wunderbar gewesen - es gab u.a. viel Obst und Gemüse, die Müsliauswahl war gigantisch (Müsli, Trockenfrüchte, Nüsse etc.), Marmeladen und sogar eine Honigalternative (ich glaube es war Agavendicksaft, könnte aber auch Ahornsirup gewesen sein). Orangensaft konnte man sich auch frisch pressen. Als die Servicekraft dann meine Zimmernummer erfahren hatte fuhr sie aber erst das ganze Programm auf. Ich hatte zusätzlich die Auswahl zwischen Tofu, Sojahackbällchen, Puddings, Joghurt und Sojamilch. Für ein kleines Hotel, das gerade mal über 34 Zimmer verfügt, finde ich das ein extrem vielfältiges Angebot und ich hätte Luftsprünge machen können als ich erfuhr, was man extra für mich besorgt hatte. Deshalb küre ich das Hotel am Großen Waisenhaus hiermit zum veganerfreundlichsten Hotel, in dem ich bisher war. Wunderschön war es zudem auch, die Lage war super und ich kann Euch nur wärmstens empfehlen dort zu übernachten, wenn Ihr nach Potsdam kommt.
Auch beim Seminarveranstalter hatte ich angegeben, dass ich gerne ein veganes Mittagessen hätte und die Bestellung im Seminarhotel wurde mir auch bestätigt. Umgesetzt wurde der Wunsch allerdings erst auf meine erneute Nachfrage beim Hotelpersonal. Ich finde ein ****-Mercure-Hotel sollte das eigentlich schon bei der ersten Nachfrage umsetzen können, aber was zählte war, dass ich dann überhaupt noch was bekommen habe. Und das wurde mir dann an den beiden Tagen aufgetischt:

Vorspeise: Tomatensuppe; Karotten-Orangen-Suppe
Hauptspeise: Gemüsepfanne mit Polentaschnitten; Gemüsepfanne mit Tofu
Dessert: Blutorangensorbet auf Roter Grütze; Crème Brûlée (ja, da haben sie das Prinzip von veganischem Essen wohl nicht ganz verstanden)

Am Montagabend hatte ich dann auch nochmal was warmes, obwohl ich es eigentlich nicht benötigt hätte - wenn einem aber was vor die Nase gehalten wird, probiert man es eben auch ;-)
Und zwar war ich im Café Kieselstein und im Nachhinein hätte ich gerne darauf verzichtet. Das Essen war okay, aber mehr nicht - und dafür finde ich € 8,90 ziemlich ordentlich.

Orientalischer Teller
Vor der Bestellung habe ich mich abgesichert, dass der Orientalische Teller auch wirklich vegan ist und ohne den Joghurt-Dip war er es angeblich. Aber eben nur angeblich - denn in der Salatsoße war Honig. Um hier nichts Falsches zu schreiben habe ich mir auch das absichern lassen - und ich hatte Recht. Die Bedienung meinte dazu nur, dass sie nie genau wisssen, welche Veganer nun Honig essen und welche nicht. Na da wäre mein Vorschlag doch einfach: nachfragen oder direkt weglassen.
Das Beste an dem Besuch in diesem Café war der Bio-Supermarkt, der sich direkt dahinter befand. Und weil es dort mal wieder Dinge gab, die ich bei uns noch nicht entdeckt hatte, konnte ich mich wieder einmal nicht zurückhalten ein paar Mitbringsel zu besorgen.

Allerlei Dinge, die meiner Figur aktuell nicht schmeicheln...
Das Focaccia hatte ich bereits in einer Bio-Bäckerei gekauft - ja, man muss es nutzen, wenn etwas als vegan deklariert ist, denn im dörflichen Heidelberg kennt man das so nicht ;-)

Auch abgesehen von den kulinarischen Höhepunkten hat mir Potsdam sehr gut gefallen. Vorallem im Holländischen Viertel habe ich mich sehr, sehr wohl gefühlt - dazu kam, dass die Sonne alles gab, um mir einen tollen Nachmittag zu bescheren und der Himmel strahlte. Zu dem tollen Wetter gabs dann auch noch ein Reismilch-Eis für mich und damit war ich dann endgültig pappsatt.

Genau so und nicht anders sollte eine Dienstreise ablaufen!