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Dienstag, 10. Januar 2012

Bücher, Bücher, Bücher!

Da mich irgendwie das Gefühl nicht loslässt, dass mir eine richtige Buchrezension gerade nicht ganz so leicht von der Hand geht, möchte ich die ganze Sache etwas verkürzen und Euch über alle Bücher, die ich in letzter Zeit über das Thema Veganismus und Ernährung gelesen habe, eine Kleinigkeit erzählen. Den Anfang mache ich mit Karen Duves Anständig essen, über das die eigentliche Rezension geplant war.

Karen Duve erzählt in ihrem Buch von ihrem Selbstversuch rund um das Thema anständig essen - so durchlebt sie vier verschiedene Ernährungsphasen: bio, vegetarisch, vegan und frutarisch. Mir gefällt es sehr gut, wie sie mit den Themen umgeht, wie ehrlich sie dabei ist und wie sie in die Themen eintaucht. Dabei geht es nicht hauptsächlich um die Ernährungsformen, sondern viel mehr um das ganze Drumherum! Wo kann ich was kaufen; sind die Backbleche, auf denen mein Brot gebacken wurde, mit Butter eingefettet (darüber habe ich mir beispielsweise NIE Gedanken gemacht); wie verfahre ich mit nervtötenden Insekten, vorallem wenn Sie ein Nachteil für meine eigenen Tiere darstellen; kann ich an Grillfesten weiterhin ganz normal teilnehmen, oder bin ich nun womöglich ein Außenseiter und und und. Sie nimmt an einer Tierbefreiungsaktion teil; rettet ein Huhn und päppelt es wieder auf; sie besucht Hof Butenland und weil Erkenntnisse, wie sie selbst sagt, Konsequenzen erfordern, lebt sie nun vegetarisch. Das Buch ist sehr gelungen und es macht sehr viel Spaß es zu lesen. Schade finde ich allerdings wie sie über ein veganes Leben, zugegebenermaßen etwas spitz, urteilt: "Ich entspreche dem, was ich für den ethisch konsequenten und richtigen Weg halte, lebe fortan vegan und habe für den Rest meines Lebens wahnsinnig schlechte Laune und das Gefühl, ständig verzichten zu müssen. Aber wenigstens werden meinetwegen keine Tiere gequält." Sicherlich ist es nicht immer einfach, sich komplett vegan zu leben. Wenn man unterwegs Hunger bekommt, kann es durchaus schwierig werden, das Passende zu finden. In solchen Momenten muss man einfach das nehmen, was es gibt. Aber daran gewöhnt man sich und rüstet sich für längere Ausflüge eben mit den entsprechenden Snacks. Das mit der schlechten Laune, was sie wie gesagt sehr überspitzt ausdrückt und bestimmt nicht so krass gemeint ist, kann ich nicht bestätigen. Ganz klar, kann es in der beschriebenen Situation entmutigend sein, nicht das essen zu können, worauf man gerade Lust hat, aber das verschwindet spätestens dann, wenn man sich an die neue Lage gewöhnt hat. Alles in allem ist das Buch uneingeschränkt empfehlenswert!

Das nächste Buch, das ich Euch nahe legen möchte, ist das sicherlich allseits bekannte Tiere essen von Jonathan Safran Foer. Dieses Buch war mein erstes dieser Art und bestärkte mich in meiner Entscheidung. Nicht selten haute mich die Wahrheit über die Fleischproduktion fast vom Hocker, nicht selten floss die ein oder andere Träne und nicht selten merkte ich, das ich auf dem vollkommen richtigen Weg bin. Jonathan Safran Foer recherchierte sehr lange und gründlich um die Fakten kompromisslos ans Licht zu bringen. Zwar geht das Buch stark in Richtung Sachbuch, dennoch ist es alles andere als trocken geschrieben. Es ist quasi Pflichtlektüre, wenn man sich mit dem Thema Vegetarismus bzw. Veganismus beschäftigt und irgendwie eine Art Bibel für mich geworden. Wenn man an seiner Entscheidung zweifelt genügt ein Blick ins Buch und man bekommt sofort die Bestätigung, dass alle Möglichkeiten, die in Zusammenhang mit Fleischkonsum stehen, ethisch defintiv nicht vertretbar sind. Auch Jonathan Safran Foer hat die Konsequenzen aus seinen Recherchen gezogen und sich ebenfalls für den vegetarischen Weg entschieden.

Skinny Bitch von Rory Freedman und Kim Barnouin war ein weiteres Buch auf meiner Liste. Dieses Buch ist sehr locker und witzig geschrieben und beschäftigt sich vorallem mit gesundheitlichen Themen. Es fordert einen immer wieder unverblümt auf, sich gesund zu ernähren und die ein oder anderen bösen Zutaten vom Plan zu streichen. Wer dies nicht tut, darf sich auch nicht beschweren, wenn er fett und hässlich wird - so die Aussage der Autorinnen. Auch wenn das Buch von vielen anderen Veganern hochgelobt wird, muss ich sagen, dass ich es nicht ganz so gelungen finde. Den Aussagen der Autorinnen stimme ich sicherlich zu, jedoch sagt mir der Schreibstil nicht zu. Aber das ist eben Geschmacksache und ändert nichts am meiner Empfehlung. Weil eben die Aussage stimmt.

Ein Buch, das nicht ganz so viel mit Ernährung und schon garnicht mit Veganismus zu tun hat, aber dennoch sehr lesenswert ist heißt Die Essensfälscher - Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen und wurde von Thilo Bode geschrieben. Das Buch beschreibt sehr gut, welche Tricks angewendet werden um die Verbraucher bewusst zu täuschen - denn diese Täuschungen sind der fast sichere Weg zu einem vollen Geldbeutel. Naja zumindest die Geldbeutel der Konzernchefs sind voll. Das Buch hat etwas in mir ausgelöst, was ich nur schwer beschreiben kann. So ging es beispielsweise darum, dass diverse Konzerne vermeintlich gesunde Aktionen in Grundschulen starten. Sicherlich nicht um die Gesundheit des Nachwuchses zu gewährleisten, sondern ganz klar um Markennahmen und Zuckerkonsum schon von klein auf im Kopf der Kids zu verankern. Wenn ich mir mich nun in ein paar Jahren vorstelle, mit Familie und Kindern, die von solchen Aktionen betroffen sind, wird mir ehrlich gesagt ganz schlecht. Sicherlich sehen das viele Eltere nicht ganz so kritisch, aber genau da liegt nunmal das Problem. Das ist der Punkt wo man sich fragen kann, ob man wirklich jemand sein möchte, der sich gegen solche Aktionen auflehnt und dafür eventuell als Freak abgestempelt wird oder ob man lieber das einfache Leben des Mainstreamers leben möchte, der sich über solche Dinge überhaupt keine Gedanken macht und die Dinge, die falsch laufen, einfach ausblendet. In solchen Situationen muss ich mir einfach immer wieder sagen, dass ich die Dinge nicht so stark in schwarz und weiß teilen darf, sondern auch Grautöne zulassen muss. Schließlich ist nicht gesagt, dass andere Eltern nicht genauso kritisch denken und bis ich in einer solchen Situation bin vergeht ja nunmal auch noch einige Zeit. Hoffentlich eine Zeit, in der sich mehr Menschen kritisch mit ihrem Konsum auseinandersetzen und einsehen, dass einfach sehr viele Dinge komplett falsch laufen in der heutigen Welt! Eine Sache sollte noch festgehalten werden: bevor ich meine Werte verrate gelte ich lieber als Freak.

Nun aber nochmal zu den guten Dingen. Letzte Woche habe ich mit ein paar Freundinnen ein nachweihnachtliches Wichteln veranstaltet und bin seither stolze Besitzerin eines weiteren Kochbuches - nämlich von Vegan lecker, lecker. Noch habe ich nichts daraus gekocht, aber das wird sich sicher bald ändern. Ich habe einen Gute-Laune-Tee und Schutzengel-Gewürzblüten von Sonnentor verschenkt. Gewürzblüten habe ich schon in Claudis Blog mehrmals gesehen und fand die so toll, dass ich sie mir auch gleich kaufen musste. Der Tee war auch sehr schön verpackt, aber da ich ja leider kein Teetrinker bin, wird der es nicht in meinen Vorratsschrank schaffen.
Letzte Woche habe ich mich auch zum ersten Mal an Hefeschmelz probiert; auf meiner selbstgemachten Pizza, von der der Teig allerdings viel zu hart wurde, fand ich ihn garnicht so schlecht; beim Raclette am nächsten Tag hat er mir aber nicht ganz so gut geschmeckt.
Vor Kurzem habe ich die vegane TK-Pizza von Natural Cool getestet. Kann man mal essen - der Teig war besonders lecker - aber halt auch nicht gerade erschwinglich. 

Außerdem kam letzte Woche auch mein erstes Paket von Vegan Wonderland. Der eigentliche Grund war die Bestellung von B12-Tabletten, doch weil sich die Versandkosten ja auch lohnen sollten, habe ich noch ein paar andere Dinge bestellt: Lekkerlade - defintiv eine der besten veganen Schokoladen, aber noch nicht perfekt; diverse Sojaprodukte (Medaillons etc.); eine Tafel Schoki von lifefood - muss ich unbedingt bald testen, weil ich ja so neugierig bin, wie rohe Schokolade denn nun schmecken könnte. In meinem Einkaufskorb landeten außerdem zwei Vegan-Aufkleber - den einen hat sich mein Freund gleich auf seinen Thermobecher geklebt - man bedenke, dass er nicht vegan lebt. Daher umso schöner!

 
...links im Bild meine selbstgemachte Pizza und im Vergleich die TK-Pizza

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Was bisher geschah!

Als Einstieg in meinen heutigen Post muss ich mich wohl erst als Serienjunkie outen. Täglich um 17:30 startet mein Soap-Marathon mit Unter Uns, nach einer kurzen Pause folgt Anna und die Liebe, weiter geht es mit Alles was zählt und den Abschluss macht dann der Klassiker schlechthin: GZSZ! Höchstwahrscheinlich stempeln mich jetzt einige ab, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass auch ein paar unter Euch sind, die sich spätestens jetzt sehr gut mit mir identifizieren können und mich vielleicht sogar eine von uns nennen! Worauf ich hinaus will ist eine Szene, die sich heute bei Anna und die Liebe abspielte: ein Pärchen (kursiv weil: sie sind NOCH nicht zusammen) fährt in den Wald um einen Weihnachtsbaum zu schlagen, dabei machen sie einen Abstecher auf einem Bilderbuch-Bauernhof, um die Weihnachtsgans abzuholen. Plötzlich bekommt Sie jedoch Mitgefühl mit den Gänsen und möchte sie retten, entscheidet sich aber dagegen, weil sie vorbestraft ist. Um ein guten Eindruck bei Ihr zu machen entschließt Er sich, den Bauern um Gnade für die Gänse zu bitten. Dass das ein aussichtsloses Unterfangen und die ganze Geschichte sowieso sehr unrealistisch ist wissen wir alle - sogar ich, die täglich mehrere Stunden mit solchen Geschichten verbringt. Das Ende der Geschichte ist jedoch, dass die beiden doch tatsächlich das Leben der Gänse retten, indem sie dem Bauer das Geld zurück lassen und die Gänse im nächstbesten Teich in ihre Freiheit entlassen. Optimistisch wie ich bin, frage ich mich nun natürlich, ob da vielleicht eine Message dahinter steckt oder ob hier einfach das typische Adventszeit-Nächstenliebe-Klischee bedient werden soll. Sicherlich wird eher die zweite Vermutung die richtige sein, aber nichtsdestotrotz ist doch die Botschaft echt was wert. Der eine oder andere Zuschauer, der der Tierliebe und einem fleischlosen Leben nicht abgeneigt ist, wird sich dadurch vielleicht wirklich Gedanken über die, höchtwahrscheinlich unbewusst, angesprochene Thematik machen. Ich hoffe da draußen sind noch ein paar mehr Optimisten, die solche absurden Gedankengänge ausbrüten. Aber mal ehrlich, was denkt ihr über das Aufgreifen einer solchen Thematik vor seichter Seifenoper-Kulisse? Mal abgesehen davon, ob vom Drehbuchautor, Produzenten oder sonstwem gewollt oder nicht, glaubt Ihr, es könnte Menschen zum Nachdenken bringen?

Ein zweites Mal, wo ich an einem unerwarteten Ort positiv vom Veganismus überrumpelt wurde, war mein Arbeitsplatz. Eine, schon etwas ältere, Kollegin hat bald ein paar Leute zum Essen da, darunter auch eine Fast-Veganerin. Über mehrere Ecken hat sie dann wohl erfahren, dass ich vegan leben. Also fragte sie mich, was man jemandem kochen könnte, der überhaupt nichts isst. Im weiteren Gespräch hat sie mehrmals durchklingen lassen, dass sie eigentlich ziemlich genervt darüber ist, Sonderwünsche beachten zu müssen. Außerdem hat sie auch zugegeben, dass sie ihr quasi schonmal eine Soße untergejubelt hat, die wohl nicht vegan war, dies aber nicht bemerkt wurde, weil die besagte Person erst sechszehn und dazu noch etwas zu naiv ist, um zu wissen, was grundsätzlich vegan ist und was nicht. Obwohl mir mehrere Male eine negative Grundstimmung gegenüber dem Veganismus aufgefallen ist, hat es mich sehr gefreut, dass sie mich gefragt hat und sich trotzdem ernsthaft Gedanken macht. Ich habe ihr also zwei Kochbücher mitgebracht und sie mir im Gegenzug ein Rezept für Kartoffelgulasch - ein Rezept íhrer Mutter, das es in Ihrer Kindheit gab, wenn kein Geld für Fleisch, dafür aber Kartoffeln im Haus waren. Das Rezept werde ich ganz bald testen und Euch dann berichten, ob es was kann. Zur Verteidigung meiner Kollegin muss ich sagen, dass mir während eines zweiten Gesprächs eine gesunde Einstellung zu Lebensmittelverschwendung, Wegwerfgesellschaft und Fleischkonsum aufgefallen ist, was die ersten Negativpunkte eigentlich schon wieder wettmachen.

Was sonst noch geschah, ist die Ankunft einer Buchbestellung. Blöderweise kamen vier Bücher in drei Einzellieferungen, was mich ziemlich geärgert hat, weil einfach total verschwenderisch. Ein Grund nächstes Mal wieder im Buchladen zu kaufen (meine Miles-and-More-Bonuspunkte, die ich für die Bücher eingelöst habe, sind ja nun sowieso weg). Momentan lese ich noch Anständig essen von Karen Duve, kann es aber kaum erwarten, mit den neuen Büchern zu beginnen.

Meine Ausbeute!
So, und um das Klischee so richtig abzurunden, werde ich mich nun verabschieden und Frauentausch schauen. Beim Zappen habe ich nämlich gerade entdeckt, dass heute eine Familie dargestellt wird, die offenbar eine sinnvolle Einstellung zur Ernährung haben. Die Mutter erzählte gerade, dass ihre Kinder von klein auf gesund ernährt werden sollen und das Gemüse auch gegessen werden muss, wenn es mal nicht so gut schmeckt wie Pommes und Co. (Dem kann ich nur zustimmen.) Der Sohn (circa 12) äußerte sich daraufhin ebenfalls zur gesunden Ernährung und versicherte, dass man von ungesundem Essen krank werden und sogar daran sterben kann. Ebenfalls thumbs up - ich hoffe meine zukünftigen Kindern entwickeln auch mal eine so gesunde Einstellung zum Essen! Und nun, wir bereits angekündigt: Gute Nacht Euch allen!

Dienstag, 27. September 2011

Wie alles begann!

Vegetarisch leben? Der Gedanke drang hin und wieder in mein Bewusstsein, hatte jedoch nie eine große, geschweige denn realistische Bedeutung, für mich. So war er zwar da, wurde aber nie umgesetzt. Letztes Jahr, auf einem Flug der Air Berlin, las ich dann von dem Buch Tiere essen von Jonathan Safran Foer. Was da stand klang logisch und richtig für mich und so beschloss ich vegetarisch zu leben. Und zwar genau so lange, bis die Flugbegleiterin die Essensauswahl vortrug. Ich erinnere mich noch, dass zumindest ein Fleisch- und ein Fischgericht zur Auswahl stand. Da Fisch jedoch noch nie Platz auf meiner Speisekarte fand, griff ich doch wieder zum Fleisch. Und so war er dahin, der gute Vorsatz. Immerhin blieb der Vorsatz Tiere essen zu lesen.
Im Juni 2011 war es dann soweit, der Beschluss Vegetarierin zu werden war nun endgültig gefasst - ob ich diesen vor oder nach Beginn der Lektüre fasste, kann ich so heute garnicht mehr sagen. Ach stopp, da war ja noch was: kurze Zeit später stand meine erste Reise nach Berlin an. Die obligatorische Berliner Currywurst sollte da irgendwie nicht fehlen, auch wenn diese so garnicht zu meinem Vorhaben passte. So wurde sie quasi zu meiner Henkersmahlzeit und nach meiner Rückreise setzte ich mein Vorhaben in die Tat um. Es folgten einige kleine Rückfälle, die jedoch eine Seltenheit darstellten und meine neue Ernährungsweise nicht gefährdeten.
Von nun an beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema Vegetarismus und damit ganz automatisch auch mit der veganen Ernährung. Mir wurde klar, dass ein veganes Leben unumgänglich ist, wenn ich meinen Prinzipien gerecht werden wollte. Ich wagte also den nächsten Schritt. Inzwischen greife ich nur noch sehr selten zu tierischen Produkten und ernähre mich weitgehend vegan. Ich hoffe mein Ziel bald vollkommen erreichen und die letzten tierischen Überreste dann zu 100% aus meinen Essgewohnheiten verbannen zu können. Das sollte doch machbar sein - sagt mein Optimismus.