Dienstag, 25. September 2012

Das Hirschhorner Kartoffelhaus!

Erinnert Ihr Euch noch an meine Posts über das Kartoffelhaus in Hirschhorn, die ich vor einigen Wochen bei Facebook veröffentlicht habe? Heute möchte ich Euch endlich etwas mehr davon erzählen!
Gemeinsam mit der Familie meines Freundes hatten wir schon länger geplant eine Neckarschifffahrt zu unternehmen und im August war es dann endlich soweit. Weil ich quasi die Organisation übernommen habe, erkundigte ich mich natürlich auch im Vorfeld, wo ich auch was zu essen bekommen konnte. Durch meine Liebe zu Kartoffelgerichten fiel meine Wahl sehr leicht: das erwähnte Kartoffelhaus sollte unser Anlaufpunkt für das Mittagessen werden. Also schrieb ich eine Mail um der ganzen Fragerei vor Ort aus dem Weg zu gehen. Und siehe da, fast im Handumdrehen bekam ich eine total nette Rückmeldung:

 [...] vielen Dank für Ihre freundliche E-Mail. In der Regel sind wir nicht auf Veganer eingestellt, da auch hier die Nachfrage sehr, sehr gering ist. Dennoch haben wir Ihnen aus unseren Gerichten eine kleine Auswahl zusammengestellt und hoffen sehr, dass etwas für Sie dabei ist.

Bitte lassen Sie uns wissen, ob Sie Ihre Speise erst vor Ort wählen oder eine Vorauswahl treffen möchten.

Sollten Sie weitere Fragen oder Anregungen haben, freuen wir uns wieder von Ihnen zu hören.

Hier nun unsere Auswahl für Sie:

Vorspeisen
+ Rucola-Salat mit gebackenen Süßkartoffeln
   und getrockneten Tomaten
+ Salate der Saison mit Vinaigrette

Hauptspeisen
+ Sellerieschnitzel mit Kartoffelsalat, angemacht mit Essig u. Öl (nicht m. Ei paniert)
+ Ofenkartoffel mit hausgemachter Tomaten-Chili-Salsa
   und Salaten der Saison
+ Asiatisches Wok Gemüse in einer Thai-Curry-Sauce       
   mit einer lila Kartoffelzigarre

Dessert
+ Sorbet-Trilogie mit frischen Früchten garniert
+ Frischer Obstsalat mit einem Himbeer-Paprika-Sorbet
 
Mit freundlichen Grüßen

Im Restaurant angekommen, bekam ich dann sogar meine eigene Karte! Wiedermal kann ich nur sagen: wunderbar, wenn man sich so willkommen und als vollwertiger Gast fühlen kann.

Ofenkartoffel mit hausgemachter Tomaten-Chili-Salsa und Salaten der Saison
 (im Nachhinein erscheint mir das Gericht vielleicht etwas "langweilig" in Anbracht der Alternativen; aber lecker war es aufjedenfall)
Obstsalat mit Himbeer-Paprika-Sorbet - wo gibts denn sowas?
Ich finde es klasse, dass es hier, und man darf nicht vergessen, dass man sich hier auf dem Land befindet, nicht nur 0-8-15-Gerichte gibt, sondern die Auswahl wirklich etwas besonderes ist.

Wenn Ihr also auch mal einen Familienausflug im Rhein-Neckar-Delta plant, kann ich Euch eine Schifffahrt im Neckartal mit Aussicht auf tolle Burgen und anschließendem Besuch im Kartoffelhaus unbedingt empfehlen.

Donnerstag, 30. August 2012

Get the party started!

Feiern - das stand in den letzten Wochen und Monaten ganz oft auf unserer Tagesordnung. Einige Feste haben zwecks veganem Content dabei eine besondere Erwähnung verdient.

Den Anfang hat meine eigene Geburtstagsfeier im Juni gemacht - eine andere Veganerin und ich haben spontan beschlossen gemeinsam ein veganes Fest zu feiern. Also habe ich vier riesige Töpfe Chili sin Carne gekocht - und in solchen Mengen ist es wirklich garnicht so einfach abzuschätzen, wieviel man von allem braucht. Das Ergebnis war trotzdem total lecker. Als ich dann auch mal dazugekommen bin mir ein Schüsselchen zu nehmen war fast nichts mehr übrig und ich hatte leider keine andere Möglichkeit, als die Reste aus dem Topf rauszukratzem. Es kam also super gut an.
Außerdem gab es auch vegane Schoko-Cupcakes, vegane Süßigkeiten aus dem Heidelberger Zuckerladen und zwei Freunde, die mich mit dem Thema sonst eigentlich eher aufziehen, haben mir einen veganen Kuchen gebacken. Das Rezept schien mir sehr kompliziert und verlangte außergewöhnliche Zutaten wie Linsenmehl, das dann durch die beiden kurzerhand durch Linsen ersetzt wurde - Ihr merkt schon, dass sich das ganze nach einem ziemlichen Chaos anhört, aber auch dieser Kuchen kam super an und weil man als Gastgeber immer zu tun hat, kam ich auch hier nicht wirklich zum essen.

Im Juli durften wir dann einer wunderschönen Hochzeit beiwohnen. Die Braut hat sich darum gekümmert, dass nur Veganes auf meinem Teller landet und hat vorab alles mit mir besprochen. Am Tag bekam ich dann sogar eine eigenes Menükarte (und leider auch einige blöde Sprüche von meinen Tischnachbarn, die ich teilweise nicht einmal kannte; also alles andere als ein respektvoller Umgang) und unglaublich leckeres Essen. Gefeiert wurde im Panoramastüble, wo man einen gigantischen Ausblick ins Tal, auf grüne Wiesen und den Schwarzwald genießen konnte. Zu später Stunde wurde ausgelassen getanzt (naja zumindest von mir und meinem Liebsten), die Stimmung war super und es war ein rundum gelungenes Fest.




Bereits eine Woche später hat eine meiner besten Freundinnen Geburtstag gefeiert. Sie ist selbst Pescetarierin (will den Fisch jetzt aber eigentlich auch weglassen) und bemüht sich immer sehr, dass ich auch was zu essen finde wenn wir zu Besuch sind. An ihrem Geburtstag gab es ein Buffett - das tolle daran war, mal ganz abgesehen von den leckeren Speisen, dass alles Vegane mit der Veganblume gekennzeichnet war. Das ist wirklich so viel mehr, als man erwartet und sowas macht mir wirklich sehr, sehr glücklich. Auf meinem Teller landeten so also verschiedene Salate (Kartoffel-, Gurken- und Karottensalat), Gemüsebratlinge, Minifrikadellen mit verschiedenen Dips, Gemüsemuffins und Schoko-Himbeer-Muffins.

Dann gab es vor Kurzem noch eine tolle Gartenparty mit einer Wahnsinns-Aussicht und einem tollen veganen Buffett. Sicherlich waren nicht alle Gäste vegan oder sogar vegetarisch, aber dennoch hat sich jeder an die Vorgabe gehalten und vegane Speisen mitgebracht (ein nicht-veganes Tzatziki gab es auch).

Die Zucchini-Frikadelle war mein Favorit.
Bereits das übernächste Wochenende wird das nächste Fest gefeiert - weil meine Eltern vor Kurzem umgezogen sind wird es ein Helferfest geben auf dem Chili serviert wird. Glücklicherweise bin ich nicht die einzige die kein Fleisch isst und so werde ich für das vegane Pendant sorgen. Es wäre doch schön, wenn dieses wiedermal besser als die fleischhaltige Variante ankommen würde, wie beim ersten Versuch in München ;-)

Mittwoch, 29. August 2012

Color me vegan - Chilled Blueberry Mango Soup/Blueberry Croutons

Heute stellt uns Svenja im Rahmen der Koch-Challenge ein wunderbar farbenfrohes Gericht aus dem Buch Color me vegan vorstellt:

Das Rezept für die "Chilled Blueberry Mango Soup" und für die "Blueberry Croutons" sind beide aus dem Kochbuch "Color me vegan" von Colleen Patrick-Goudreau. Das Buch ist in Farben eingeteilt - rot, orange, gelb, grün, blau/lila, weiß, braun/schwarz und bunt. Die Blaubeersuppe ist aus dem blauen/lilafarbenen Kapitel.

Was ich an diesem Buch sehr gut finde ist, dass bei jedem Rezept die Mengenangaben sowohl in amerikanischen als auch europäischen Mengenangaben angegeben sind - so spart man sich das Umrechnen vor dem Kochen.

Man benötigt auch keine exotischen Zutaten. Ich würde schätzen 95 % der Rezepte sind aus Zutaten, die man in jedem größeren Supermarkt bekommt. Die einzigen Ersatzprodukte die verwendet werden sind pflanzliche Milch und vegane Butter/Margarine/Sahne. Auf Fleischersatz verzichtet das Buch. Das gibt bei mir ebenfalls einen Pluspunkt. Weiterhin sind die Rezepte ggf. als sojafrei, weizenfrei und glutenfrei gekennzeichnet.

Es gibt zwar nicht zu jedem Rezept ein Bild, aber circa jedes fünfte Rezept ist mit Bild und das ist für ein englischsprachiges Kochbuch schon recht viel.

Ich würde dieses Kochbuch uneingeschränkt empfehlen. Und mit knapp 16 Euro ist der Preis nicht allzu hoch.

Diese kalte Suppe schmeckt wirklich unglaublich lecker und für warmes Wetter ist sie perfekt. Kleiner Nachteil ist aber, dass sie mindestens zwei Stunden ziehen muss. Es vergeht also einiges an Zeit zwischen dem Kochen und dem Essen. Aber wenn man Zeit hat ist das kein Problem.

Dienstag, 28. August 2012

Vegan in Gdansk - Green Way, Bioway und Fukafe!

Herrjemine, mit dem nächsten Teil meines Urlaubsberichts folgt auch schon der nächste Zungenbrecher. Polnisch ist halt aber auch eine schwere Sprache und das deutsche Pendant ist wiedermal um einiges leichter: Danzig. Wem das nichts sagt: wunderschöne Altstadt, maritime Atmosphäre und mit Westerplatte einer der geschichtsträchtigsten Orte Europas (auf dieser Halbinsel begann der zweite Weltkrieg). Aber auch Bernstein en masse, Günter Grass' Blechtrommel und vorallem leckeres veganes Essen. Und darum soll es ja schließlich hier gehen.
Schon bei der Ankunft merkt man der Stadt an, dass Sie trotz des alten Stadtbildes etwas großstädtischer und morderner ist als die Orte die wir zuvor besucht haben. Und wie es halt so ist, kommt mit dieser Modernität oft auch die Möglichkeit vegan zu essen.
Hierfür hat man in Danzig grob gesagt drei Möglichkeiten: Green Way, Bio Way (beides vegetarische Restaurantketten) und das Fukafe (vegetarisch-veganes Café), welche auch alle von uns getestet wurden.

Unser erster Anlaufpunkt war das Green Way in der Altstadt, wo wir zusammen mit unserem Couchsurfing-Gastgeber Marek gegessen haben. Für ihn war es wohl der erste Berührungspunkt mit veganem Essen und er hat zumindest nichts schlechtes gesagt ;-). Das Green Way hat eine Terrasse, was die Location glücklicherweise etwas gemütlicher macht. Im Innenbereich geht es eher kantinenmäßig und umgemütlich zu, außerdem wird aus Plastikbechern getrunken, was, wie ich finde, garnicht geht - schon garnicht in einem Restaurant, dass sich Green Way nennt. Das Essen selbst war ganz okay, die Auswahl, die mit Bildern an der Wand vorgestellt wurden, war nicht schlecht und vegane Speisen waren entsprechend zu erkennen. Überzeugen konnte es mich aber leider nicht - wenn ich mich im Internet allerdings so umschaue, scheinen die anderen (neueren??) Filialen einen netteren Eindruck zu machen.



Am nächsten Tag besuchten wir das Fukafe - weil Danzig ja nur großstädtisch wirkt, ansonsten aber eher klein ist, mussten wir keine Gewaltmärsche unternehmen um alle Locations zu erreichen (sowieso haben wir in Danzig alles zu Fuß erledigen können und ÖPNV war überhaupt nicht notwendig). Das Fukafe ist ein wunderschönes kleines Café, das quasi auf der Galerie der Galeria Pionova untergebracht ist. Um es zu finden muss man die Augen allerdings sehr gut aufmachen, da es sich hinter einem anderen Gebäude versteckt, wo man es garnicht vermutet und sowieso das Problem mit den polnischen Hausnummern und überhaupt ;-) Als wir dann endlich dort waren gab es nur einen veganen Kuchen - der andere war es leider nicht, obwohl das Fukafe eigentlich ein veganes Café ist. Leider wurde auch hier fast kein Englisch gesprochen, eben weil es dort so persönlich ist hätte ich mich gerne ein wenig unterhalten. Schön und vorallem lecker wars aber trotzdem!

Schoko-Erdnuss-Kirsch-Kuchen

Weil in unseren Mägen noch ganz viel Platz war ging es vom Fukafe aus direkt ein paar Blocks weiter zum Restaurant Bioway. Genau wie im Green Way ist hier Selbstbedienung angesagt und auch hier kann man die Kantinenatmosphäre nicht schön reden - aber die Einrichtung, das Ambiente und die freundlichen Mitarbeiterinnnen und nicht zuletzt das leckere Essen lassen das schnell vergessen.
Die Auswahl an Hauptspeisen ist relativ groß und dank der Bilder kann man auch ohne Polnischkenntnisse verstehen, was es gibt - die veganen Gerichte sind gekennzeichnet.

Die Beilagensalate durfte man selbst auswählen.


Zwischen Stettin und Danzig lag übrigens noch ein 4-tägiger Aufenthalt in Łeba, einem ziemlich kleinen Ort an der polnischen Ostseeküste, der hauptsächlich von polnischen Touristen besucht wird - man kann es dort sehr ruhig haben, den Strand und vorallem die riesigen Dünen im Nationalpark genießen (was wir gemacht haben) oder auch ordentlich feiern. Weil es dort kulinarisch NICHTS zu erzählen gibt (ich sage nur Beilagen und Salat), habe ich mich entschlossen dem Ort keinen gesonderten Post zu widmen.