Montag, 7. Mai 2012

Am gedeckten Tisch!

Sicher stimmt Ihr mir zu, dass es für Veganer wahrlich eine Seltenheit ist an einen gedeckten Tisch sitzen und sofort loslegen zu können. Meistens ist es einfach mit vielen Fragen verbunden und so entspannt ist das dann nun wirklich nicht immer. Umso schöner, dass es immer mehr normale Restaurants gibt, die zum einen mit dem Begriff Veganismus etwas anzufangen wissen und das Wissen sogar auch noch anwenden. Umso schöner, dass es im Internet so viele Quellen, die über die Möglichkeiten in der Umgebung informieren. Und am allerschönsten, wenn man eine Extrawurst bekommt und sich so nicht nur von den Beilagen ernähren muss - denn irgendwie zeigt das doch ein wenig, wie wichtig dem Gastgeber die Zufriedenheit aller Gäste ist, oder seh ich das zu eng? Wie auch immer - in den letzten Wochen hatte ich die Möglichkeit an mehreren Orten unbeschwert zu schlemmen - zumindest wenn man die Überdosis an Kalorien einfach mal ausblendet.

Zum einen war das bei einem Falafel-Imbiss in der Heidelberger Altstadt der Fall - eine andere Veganerin hatte erwähnt, dass der Besitzer etwas mit dem Begriff anzufangen weiß und da wollte ich den netten Herrn doch gleich mal auf die Probe stellen. Siehe da, mein Abendessen war gerettet. Für die Heidelberg-Besucher unter Euch: der Imbiss befindet sich in der Heugasse, quasi direkt gegenüber der Heilig Geist Kirche. Google Maps kennt den genauen Weg!


Wenn man der Beschreibung unserer Gruppe Vegan in Heidelberg glaubt, und das kann man gerne tun, sind wir die ganze Zeit am futtern. So auch letzte Woche, als wir uns zum Nachbereiten des Vegan Bake Sales getroffen haben, und dann doch wieder die meiste Zeit gegessen haben. Hierzu haben wir uns in einem Garten niedergelassen, den Grill angeschmissen (mein erstes komplett veganes Grillen) und ohne Ende geschlemmt.



 
Schon am Freitag konnte ich mich bei Kai's Pizza in Karlsruhe an den nächsten Tisch setzen und ohne Fragerei genießen. Seit Kurzem gibt es dort nämlich regulär vegane Pizza - wer in der Nähe wohnt kann sogar den Vorteil eines Lieferservices nutzen und da bin ich auf die Karlsruher schon ein wenig neidisch. Zumal die Pizzen nur per Fahrrad ausgeliefert werden (dementsprechend ist der Lieferradius nicht ganz so groß) und das meiner Einstellung zur Umwelt natürlich sehr entgegenkommt. Zurück zur Völlerei: bei Kai's Pizza wird Wilmersburger Pizzaschmelz  verwendet - leider kommt der nicht auf den Belag, sondern drunter, aber das dient wohl einfach dem Schmelzverhalten und deshalb ist das vollkommen in Ordnung. Bereits zu omnivoren Zeiten habe ich bei Kai's Pizza lecker gegessen und auch bei der veganen Variante muss man überhaupt keine Abstriche machen.


Das samstagliche Essen bereitete mir im Voraus etwas Kopfzerbrechen - wir waren auf einer Hochzeit eingeladen und es war die erste größere Feier, bei der ich als Veganer dabei war. In dem Restaurant wurde gegrillt und die Fleischesser mussten sich ihr Essen am Grill abholen, mein Gemüsespieß hingegen wurde mir an den Tisch gebracht - so viel zum Thema Extrawurst. Hätte ich gewusst, dass die Beilagen auf dem Tisch serviert werden und vorallem, dass darunter Kartoffeln in drei verschiedenen Varianten zu finden waren, hätte ich wohl garnicht gefragt - denn ich liebe Kartoffeln und allein Grillkartoffel, Pommes und Kroketten hätten mich bereits wahnsinnig glücklich gemacht. Leider waren Suppe und Nachspeise alles andere als vegan und auch zum Gemüsespieß wurde mir Sauerrahm gereicht. Da ich aber mit netten Menschen an einem Tisch saß, die interessiert und verständnisvoll nachgefragt haben und Hauptgang und Salat schon sättigend genug waren, werden hier dennoch Pluspunkte an das Brautpaar verteilt.

Kommentare:

  1. Ja, so ganz kapieren das viele Köche nicht, was es damit auf sich hat. Mir wollte mal ein Hotelkoch erklären, dass Creme fine pflanzlich ist :p
    Was Kartoffeln und andere Beilagen angeht, wird in vielen Restaurants mit Butter gekocht, daher würde ich mich auch nicht darauf verlassen, dass die Beilagen vegan sind.

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    1. Ja, das mit der Butter stimmt wohl leider - aber ehrlich gesagt da mach ich dann lieber nen Kompromiss und frag erst garnicht als mich unbeliebt zu machen und das Bild der nervigen Veganerin widerzuspiegeln bzw. überhaupt nichts zu essen...

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    2. Ich würde fragen. Am Ende besch... man sich ja selbst. Endweder ich bin vegan und steh dazu oder lass es (bzw. vermeide solche Situationen).

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    3. Klar, ich geb Dir vollkommen recht...jedoch ist es ja nicht so, dass ich nicht dazu stehe, dass ich vegan bin, sonst hätte ich vorab garnicht nach einem veganen Essen gefragt und hätte die unvegane Suppe gegessen, die mir vorgesetzt wurde. Wenn etwas nicht so offensichtlich ist, und ich dann das Bild der zickigen Veganerin abgäbe, wenn ich tausend Fragen stellen und am Ende womöglich garnichts essen würde ist mir der soziale Aspekt wichtiger. Das es außerdem wirklich Ausnahmen sind, kann ich die Gefahr, dass doch etwas drin sein könnte, mit meinem Gewissen vereinbaren. Wie handhabst Du das? Fragst Du auch nach, wenn Dir bei einer solchen Veranstaltung Dein ganzes Menü schon als vegan verkauft wird?

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  2. Oh, was hast du denn dem Falafelmenschen gesagt? Der macht nämlich die beste Falafel in HD und früher war ich da ganz oft statt Mensa.

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    1. Ich hab ihm einfach gesagt, dass ich gerne Falafel (also im "Brot") möchte, aber vegan. Er lässt dann einfach die Joghurtsauce weg und macht etwas mehr Sesampaste weg. Ja, die ist echt toootal lecker! Er hat mich auch extra drauf hingewiesen, dass es manchmal sogar vegane Tagesgerichte gibt!

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