Donnerstag, 15. Dezember 2011

Was bisher geschah!

Als Einstieg in meinen heutigen Post muss ich mich wohl erst als Serienjunkie outen. Täglich um 17:30 startet mein Soap-Marathon mit Unter Uns, nach einer kurzen Pause folgt Anna und die Liebe, weiter geht es mit Alles was zählt und den Abschluss macht dann der Klassiker schlechthin: GZSZ! Höchstwahrscheinlich stempeln mich jetzt einige ab, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass auch ein paar unter Euch sind, die sich spätestens jetzt sehr gut mit mir identifizieren können und mich vielleicht sogar eine von uns nennen! Worauf ich hinaus will ist eine Szene, die sich heute bei Anna und die Liebe abspielte: ein Pärchen (kursiv weil: sie sind NOCH nicht zusammen) fährt in den Wald um einen Weihnachtsbaum zu schlagen, dabei machen sie einen Abstecher auf einem Bilderbuch-Bauernhof, um die Weihnachtsgans abzuholen. Plötzlich bekommt Sie jedoch Mitgefühl mit den Gänsen und möchte sie retten, entscheidet sich aber dagegen, weil sie vorbestraft ist. Um ein guten Eindruck bei Ihr zu machen entschließt Er sich, den Bauern um Gnade für die Gänse zu bitten. Dass das ein aussichtsloses Unterfangen und die ganze Geschichte sowieso sehr unrealistisch ist wissen wir alle - sogar ich, die täglich mehrere Stunden mit solchen Geschichten verbringt. Das Ende der Geschichte ist jedoch, dass die beiden doch tatsächlich das Leben der Gänse retten, indem sie dem Bauer das Geld zurück lassen und die Gänse im nächstbesten Teich in ihre Freiheit entlassen. Optimistisch wie ich bin, frage ich mich nun natürlich, ob da vielleicht eine Message dahinter steckt oder ob hier einfach das typische Adventszeit-Nächstenliebe-Klischee bedient werden soll. Sicherlich wird eher die zweite Vermutung die richtige sein, aber nichtsdestotrotz ist doch die Botschaft echt was wert. Der eine oder andere Zuschauer, der der Tierliebe und einem fleischlosen Leben nicht abgeneigt ist, wird sich dadurch vielleicht wirklich Gedanken über die, höchtwahrscheinlich unbewusst, angesprochene Thematik machen. Ich hoffe da draußen sind noch ein paar mehr Optimisten, die solche absurden Gedankengänge ausbrüten. Aber mal ehrlich, was denkt ihr über das Aufgreifen einer solchen Thematik vor seichter Seifenoper-Kulisse? Mal abgesehen davon, ob vom Drehbuchautor, Produzenten oder sonstwem gewollt oder nicht, glaubt Ihr, es könnte Menschen zum Nachdenken bringen?

Ein zweites Mal, wo ich an einem unerwarteten Ort positiv vom Veganismus überrumpelt wurde, war mein Arbeitsplatz. Eine, schon etwas ältere, Kollegin hat bald ein paar Leute zum Essen da, darunter auch eine Fast-Veganerin. Über mehrere Ecken hat sie dann wohl erfahren, dass ich vegan leben. Also fragte sie mich, was man jemandem kochen könnte, der überhaupt nichts isst. Im weiteren Gespräch hat sie mehrmals durchklingen lassen, dass sie eigentlich ziemlich genervt darüber ist, Sonderwünsche beachten zu müssen. Außerdem hat sie auch zugegeben, dass sie ihr quasi schonmal eine Soße untergejubelt hat, die wohl nicht vegan war, dies aber nicht bemerkt wurde, weil die besagte Person erst sechszehn und dazu noch etwas zu naiv ist, um zu wissen, was grundsätzlich vegan ist und was nicht. Obwohl mir mehrere Male eine negative Grundstimmung gegenüber dem Veganismus aufgefallen ist, hat es mich sehr gefreut, dass sie mich gefragt hat und sich trotzdem ernsthaft Gedanken macht. Ich habe ihr also zwei Kochbücher mitgebracht und sie mir im Gegenzug ein Rezept für Kartoffelgulasch - ein Rezept íhrer Mutter, das es in Ihrer Kindheit gab, wenn kein Geld für Fleisch, dafür aber Kartoffeln im Haus waren. Das Rezept werde ich ganz bald testen und Euch dann berichten, ob es was kann. Zur Verteidigung meiner Kollegin muss ich sagen, dass mir während eines zweiten Gesprächs eine gesunde Einstellung zu Lebensmittelverschwendung, Wegwerfgesellschaft und Fleischkonsum aufgefallen ist, was die ersten Negativpunkte eigentlich schon wieder wettmachen.

Was sonst noch geschah, ist die Ankunft einer Buchbestellung. Blöderweise kamen vier Bücher in drei Einzellieferungen, was mich ziemlich geärgert hat, weil einfach total verschwenderisch. Ein Grund nächstes Mal wieder im Buchladen zu kaufen (meine Miles-and-More-Bonuspunkte, die ich für die Bücher eingelöst habe, sind ja nun sowieso weg). Momentan lese ich noch Anständig essen von Karen Duve, kann es aber kaum erwarten, mit den neuen Büchern zu beginnen.

Meine Ausbeute!
So, und um das Klischee so richtig abzurunden, werde ich mich nun verabschieden und Frauentausch schauen. Beim Zappen habe ich nämlich gerade entdeckt, dass heute eine Familie dargestellt wird, die offenbar eine sinnvolle Einstellung zur Ernährung haben. Die Mutter erzählte gerade, dass ihre Kinder von klein auf gesund ernährt werden sollen und das Gemüse auch gegessen werden muss, wenn es mal nicht so gut schmeckt wie Pommes und Co. (Dem kann ich nur zustimmen.) Der Sohn (circa 12) äußerte sich daraufhin ebenfalls zur gesunden Ernährung und versicherte, dass man von ungesundem Essen krank werden und sogar daran sterben kann. Ebenfalls thumbs up - ich hoffe meine zukünftigen Kindern entwickeln auch mal eine so gesunde Einstellung zum Essen! Und nun, wir bereits angekündigt: Gute Nacht Euch allen!

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