Montag, 20. August 2012

Vegan in Szczecin - Amar!

Die meisten von Euch fragen sich sicherlich erstmal, was das für ein Zungenbrecher in der Überschrift ist - aber es geht auch einfacher, weil auf Deutsch: Stettin. Das war nämlich unser erster (und auf der Rückreise dann auch letzter) Stopp in Polen. Die Anreise ab Berlin ist für deutsche Verhältnisse mit € 10,- sehr günstig (wenn man auf der Rückreise aber die polnischen Preise kennt kommt es einem allerdings unverschämt teuer vor) und ein gute Möglichkeit um das weitaus günstigere Polen zu erreichen.

Zunächst mal ein paar Worte zu den Verpflegungsmöglichkeiten allgemein. Wer in Polen die Möglichkeit hat einen großen Supermarkt zu besuchen, hat durchaus die Möglichkeit vegane Produkte zu finden. Auch in kleineren Supermärkten gibt es vereinzelt Sojatrockenprodukte (z.B. Sojabigsteaks in 3er-Packungen, was ich schon ganz praktisch finde). Sicherlich gibts es auch ein paar weitere pflanzliche Produkte - weil die polnische Sprache aber so gut wie überhaupt nicht von einer mir bekannten Sprache abzuleiten ist, konnte ich die Inhaltsstoffe leider so gut wie überhaupt nicht ableiten.
In Restaurants hingegen war es in etwa wie bei uns - weil die polnische Küche ziemlich fleischlastig ist, kann man sich auf dem Land mit Beilagen wie Gemüse, Salat unmd Pommes über Wasser halten, in größeren Städten (als Vergleichswert kann ich allerdings nur Danzig anbieten) gibt es aber auch vegetarische oder sogar vegane Restaurants oder Cafés.
Abgesehen von der Sprachbarriere (vielerorts wurde weder Englisch noch Deutsch gesprochen) muss man mit etwas Vorbereitung also keinenfalls verhungern. Wenn man sich davon noch etwas Überlebensproviant in Form von Aufstrichen und Spacebars einpackt (das ich blöderweise in Deutschland habe liegen lassen) kann man fast nur gewinnen.

In Stettin haben wir das Restaurant Amar besucht, das nicht weit von der Innenstadt entfernt ist und sich gut mit einem Besuch im Einkaufszentrum Galeria Kaskada verbinden lässt - das Ambiente ist sehr einladend und man sitzt an Tischen im Kolonialstil, die ich sehr gerne mag. Das Menü wurde an einer großen Pinnwand präsentiert und war daher ein wenig übersichtlich - die Auswahl hingegen aber sehr groß. Weil wir auf dieser Karte natürlich fast nur Bahnhof verstanden haben, haben wir nach einer englischen Karte gefragt. Die wurde uns dann auch auf einem lieblosen DIN A4-Zettel ausgehändigt - aber wenn wir es von der positiven Seite sehen (wie ich es eigentlich immer mache) ist das ja auch besser als nichts. Also haben auch wir etwas gefunden und bestellt.
Für meinen Freund waren das panierte Seitanschnitzelchen - hätte ich nicht nochmal mit Händen und Füßen nachgefragt hätte er diese ohne Beilage serviert bekommen. Aufgrund der Übersetzung ging das aus dieser Karte nicht unbedingt sehr gut hervor, hingewiesen wurden wir darauf bei der Bestellung aber auch nicht. Nach meiner Nachfrage gabs dann also noch Pommes aus Kartoffeln, Süßkartoffeln und Karotten dazu.
Auf meinem Teller landete ein sehr leckeres Seitangulasch. Beide Portionen waren für einen Snack in Ordnung, aber nicht ausreichend um den großen Hunger zu stillen.
Die Freundlichkeit des Personals ließ leider auch sehr zu wünschen übrig - zum einen der fehlende Hinweis bezüglich der Beilage, zum anderen hatte man das Gefühl, dass sich keiner bemühen wollte die Sprachbarriere mit einem zufriedenen Ergebnis zu überwinden; ganz nebenbei wurden z.B. die schweren Stühle sehr ruppig und mit viel Krach an die Tische zurückgeschoben, was das schöne Ambiente leider um einiges umgemütlicher gemacht hat und die Motivation der Mitarbeiter für mich sehr gut widerspiegelt. Alles in allem aber durchaus empfehlenswert.

Die zweite Möglichkeit in Stettin vegan zu essen ist das Green Way, eine polnische Kette vegetarischer Restaurants - dieses haben wir in Danzig besucht und weil das weder vom Essen noch vom Ambiente (Kantinenflair!) sooo berauschend war, haben wir dort in Stettin nicht auch noch vorbeigeschaut. Gäbe es also eine wirkliche Alternative, würde ich diese wählen, unter den gegebenen Umständen bliebe das Amar mein Anlaufpunkt in Stettin.

Abgesehen von diesen Spezialrestaurants wird man essenstechnisch aber sicherlich auch in dem erwähnten Einkaufszentrum fündig. Wie es im Ausland in den Malls so üblich und in Deutschland noch viel zu wenig verbreitet ist, gibt es dort einen großen Foodcourt. Für alle denen der Begriff nichts sagt - dort gibt es etliche Restaurants, an denen man sich sein Essen selbst holt, sitzen kann man aber an einem der zentralen Tische. So entfällt also das lästige Entscheiden wo gegessen wird, sollte man mit mehreren Personen unterwegs sein.

Seitanschnitzelchen
Seitangulasch

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